Freitag, 21. Dezember 2012

Der ADSler im Krankenhaus


Ich. Also ich im Krankenhaus.
Anlass: Eine Meniskusoperation am Knie.
Wie kommst es dazu? Nun, das kann jedem mal passieren. In meiner Familie war halt auch ADS und so stand ich, kaum gehfähig, auf den Skiern. Und die Skischuhe und Sicherheitsbindungen damals – nicht das Gelbe vom Ei. Also endeten alle Skiferien mit Verstauchungen vom Sprunggelenk oder Kniegelenk. Später Novelty Seeking. Also Klettern, schnelles Skifahren, Langlauf, Hochtouren, in Steinbrüchen rumklettern und Wassersport.

Meines Wissens sind die meisten ADSler bei stabiler Gesundheit, ausser einigen Kindern, die zu Knochenbrüchen neigen. Tat ich nicht, ich bin hypermobil, kann also mich bücken und mit durchgestreckten Knien die Fingerspitzen fast bis auf die nächsttiefere Treppenstufe legen.
OK, einige Zehen haben meiner nicht vorhandenen Aufmerksamkeit nicht standgehalten – auch das ist wohl ADS-typisch.
Stürze also jede Menge, immer blaue Flecken, aber es geht meist problemlos ab.

Nun hat es mich also eingeholt, der erste richtige Klinikaufenthalt, ausser der Geburt. Ich hatte panische Angst vor einer Narkose. Aber der Anästhesist klärte mich lieb auf. Nur bei Operationen im Bauchbereich könne es vorkommen, dass der Patient „erwache“ und Schmerzen verspüre, das merke man aber am erhöhten Herzschlag und weiteren Veränderungen.
Ich wählte trotzdem eine spinale Betäubung. Da spürt man keine Schmerzen, merkt aber wie am Bein gedrückt und gezogen wird.

Habe brav alles vorbereitet. Nun, fast *seufz. Der Laptop, den ich mir zurechtgemacht habe, hat keine W-Lan-Tauglichkeit und hier gibts kein Kabel. Grrrrr. Leider kam mir das 10 Minuten vor Abfahrt in den Sinn, sonst hätte ich es noch installieren können.

Aber so kommt ihr in den Genuss dieses Berichtes, taufrisch 2 Stunden nach der OP geschrieben.

Mein Hausarzt hat EKG und Blutwerte gemacht und eingeschickt. Ich trete am Vortag ein.

Musste meine Personalien beim Operateur deponieren. Musste meine Personalien verifizieren in einem Brief, den man mir nach Hause geschickt hat.
Nun ja, hier stimmten dann ca. 50% meiner Personalien *lach, was ich mal als 1. Panne werte.

2. Panne: werde zum EKG geschickt. Ich protestiere und gebe auch gleich die Kopie meiner Blutwerte ab, die ich vorsichtshalber mitgenommen habe. Habe nämlich damit gerechnet, dass die das nicht à jour haben.
3. Panne. Und wirklich, 2 Minuten später stand eine Dame da und wollte mir Blut nehmen.

Nach mehrmaligem Fragen nach einem Wasserglas wanderte ich dann ins Office und organisierte mir eins.

Dann kam der Stationsarzt und befragte mich nach Medikamenten. Ich nehme ein Medikament, welches normalerweise von Diabetikern eingenommen wird, ab da stand in meiner Diagnose: „Diabetiker“ und man begann mir alle paar Stunden in den Finger zu piksen. Ich musste mich mind. 3x wehren bis jetzt, ob sies jetzt endlich in den Akten haben? 4. Panne
Fazit: Bitte mitdenken!!!

Die Mädels hier sind zwar alle äusserst nett und hübsch, aber wenn der Patient nicht mitdenken kann wirds schwierig.
Bin hier in einem 4-er Zimmer und bekomme alles um mich herum mit. Es juckt mich heftig in den Fingern *tief seufz. Würde mich aber äusserst unbeliebt machen, wenn ich Verbesserungsvorschläge starten würde.

Sie liefern auch selten was verlangt wird. Nicht, dass ich was verlangen würde, aber wenn ich gefragt werde was ich trinken möchte, dann erwarte ich schon, dass ich das in genau dieser -Form dann auch bekomme, hm... Treffer-Quote liegt bei 20% *seufz.

Nachdem hier die Ueberwachungsmaschinen ticken und Geräte blubbern und ich den Verdacht hatte, die anderen Damen würden schnarchen, bat ich um eine Schlaftablette.

Ich bekam eine, Temesta, hat aber nicht gewirkt (soll bei ADS oft so sein, dass Narkose und Schmerz- oder Schlafmittel nicht wirken). Die Mädels waren dann aber so lieb mich in das Badezimmer zu fahren – nicht sehr heimelig, aber endlich Ruhe!!!! Merkt euch das, diese Möglichkeit gibt es in den meisten Stationen. Hatte zwar mein Handy mit White-Noise-Musik mitgenommen, aber der Krach und das hin und her im Zimmer war wirklich zu mühsam. Viele ADS-ler sind auch hypersensibel.

Ausserdem war ich total nervös. Ich hasse ja nichts mehr als warten. Und da ich meinen Laptop, mit dem Onlinespiel, auf das ich gerade meinen Hyperfokus gerichtet hatte, nicht benutzen konnte, war ich nervös und unfähig zur Ruhe zu kommen. Die Schlaftablette war jedenfalls wirkungslos.
Tipp: Sagt eher zu viel, als zu wenig. So bekommt ihr eine stärkere Pille.

Die Operation verlief problemlos und ausgesprochen nett. Der Anästhesist war sensibel und aufmerksam und bekommt ein 1A.
Die anderen waren auch perfekt.
Der Operateur liess mich auf dem Monitor zugucken und machte seine Arbeit gekonnt, speditiv und sicher. Ich denke, besser kann man es nicht machen. Auch 1A.

Wieder zurück im Zimmer liess dann die innere Anspannung nach und ich konnte endlich mal schlafen nach Wochen der Angespanntheit.

Wichtig: Schmerzmittel soll man nehmen, bevor die Schmerzen einfahren. Liess mir also sofort den Tropf anhängen, sobald ich das kleinste Picksen verspürte. So bleibt mein Knie schön ruhig und macht keine Sparglementen. Später werde ich dann die Schmerzmedikation frühzeitig abstellen, denn ich bin nicht schmerzempfindlich. Nur die Tablette fürs Abschwellen nehme ich so lange wie vorgeschrieben.

Auf jeden Fall, das ist der beste Weg mit Schmerzen umzugehen. Auch bei Mensschmerzen. Da reicht am Vortag ein entspannender Tee. Verpasst man das, und der Schmerz ist schon voll eingefahren, brauchts dann wirklich eine richtige Tablette.

So, 12 Uhr, das Essen wird kommen. Die Füsse erwachen langsam. Gehstöcke wurden gebracht und am Nachmittag darf ich dann erstmals aufstehen. Morgen heim.

Nachtrag: Bin wieder zuhause, 3. Tag nach OP.
Allles geht bestens, Knie spannt etwas, tut aber nicht weh, tat eigentlich nie weh.
Ich mache brav meine Turnübungen, nehme meine Tabletten und gehe längere Strecken an den Krücken.
Bis die Gelenkschmiere wieder aufgebaut ist soll ich 2 Wochen schonen.

Vorbereitungen


Ich habs mal wieder gesehen. Die Vorbereitungen fürs Krankenhaus waren nicht perfekt.

  1. Liste anfertigen, mit dem was euch im Vorfeld durch den Kopf geht. (Notizblöcke liegen vorzugsweise auf Nachttisch, neben der Tastatur, in der Küche oder benutzt das Smartphone).
  2. 1 Woche vorher oder wenns euch in die Hände gerät, häufelt an, vorzugsweise neben dem Bett.
  3. Kleider sollten gewaschen sein, also einige Tage vorher mal die Waschmaschine anwerfen.
  4. Koffer oder Reisetasche bereitlegen, aber nicht füllen!
  5. Am Vortag nochmals in Ruhe die Reise oder den Krankenhausaufenthalt im Geiste durchgehen.
  6. Papiere?
  7. Röntgenbilder?
  8. Technische Geräte und ihre Stromkabel? Ev. Anruf bez. W-Lan
  9. Bücher, Heftli/Magazine, kann mans im Bett lesen? Brille?
  10. Passwörter fürs Webmail, Facebook?
  11. Medikamente
  12. Grosszügige Hausschuhe, zur Not auch mit Verband zu tragen
  13. Warme Bettjacke
  14. 2 Kissen (die gabs früher in den Krankenhäusern, aber scheinen inzwischen Mangelware zu sein) und 1 grosses Frotteetuch, kann gefaltet als Kissenersatz dienen, auch als Schlafwurst.
  15. Räumt den dicken Geldbeutel aus, es reicht das Nötigste und ein Trinkgeld für die Station. Ev. Telefonkarte kaufen am Haupteingang. Schmuck zuhause lassen.
  16. Wer was neu kauft vorher benützen, testen einrichten! Wer was leiht ebenfalls.(Bis ich herausgefunden hatte wie ich bei meinem Hybridhandy bei Passwörtern Zahlen einfügen konnte... *seufz

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Der amtliche Brief

Hier möchte ich euch mal aufzeichnen, wie das so geht bei mir, bis ein amtlicher Brief seinen Weg zum Empfänger gefunden hat. Normale Briefe schaffen das innert 5 Tagen.

1. Tag - Brief trifft ein und wird geöffnet und überflogen: aua, amtlich, die wollen was von mir! Was? Ah, da muss ich eine Zeitabrechnung machen, und jemanden fragen wegen der Termine.

Monate später, die Person ist wieder in der Schweiz: Ich zeige den Brief und die Person nimmt ihn gnädigerweise und wandert damit zur Gemeinde (hä? warum denn das?)

Nächster Tag: Der Brief ist wieder bei mir, ich müsse den selber ausfüllen.

Der Brief kommt zum Unerledigten.

Wochen später kommt ein eingeschriebener Brief: Man bittet mich den amtlichen Brief auszufüllen und einzusenden.

Hektische Suche im Unerledigten und siehe da, der amtliche Brief wird prompt gefunden und erstmals richtig gelesen.

Huch, ich muss ja die Termine und Stunden ausrechnen. Also wieder die betroffene Person geholt und ihr Terminkalender in die Hand gedrückt. Gebeten einzutragen wann sie gearbeitet hat.

Am nächsten Tag: So einfach wars! Habe jetzt die Termine, muss die nun noch mit der jeweiligen Stundenzahl und dem Stundenlohn multiplizieren und schon habe ich die Endsumme - und oh Wunder, das Amt will nur diese eine Zahl!!!

Der Brief wird also ausgefüllt und unterschrieben.

1 Woche später. Ich sichte den Brief im Unerledigten und seufze.

1 Woche später. Der Brief liegt immer noch da.

1 Woche später. Ich hole ein Couvert und schreibe die Adresse drauf und klebe ihn zu.

1 Woche später. Das Couvert liegt immer noch da, ich klebe eine Marke drauf.

1 Woche später. Das Couvert wandert in meine Handtasche.

Nächster Tag. Das Couvert kommt aus der Handtasche auf den Küchentisch am Arbeitsort.

Abend: Es wird wieder in die Handtasche gepackt.

Nächster Tag. Das Couvert kommt aus der Handtasche auf den Autositz.

Da liegt es jetzt noch.. ich bin zuversichtlich, dass es morgen in den Briefkasten kommt, denn mein Mann kommt morgen mit ins Auto und der setzt sich dann auf den Brief. Das wird ihm, nämlich dem Brief, nicht gut tun, ausserdem wird er ihn runterwerfen und mit den nassen Stiefeln darauf  treten, aber danach wird er die Sache, nämlich das Couvert, in die Hand nehmen und endlich.. endlich kommt der Brief in den Briefkasten und das liebe Amt hat seine Antwort vor Ende Jahr!  Juheee!!!

Dienstag, 27. November 2012

Die Prinzessin

Hinfallen

Aufstehen

Krone geraderücken

Weitergehen

 

Ja, das Selbstvertrauen war immer mein Problem. Wenn man so alt wird wie ich, bis man das ADS entdeckt, dann hat das Selbstvertrauen schon einen massiven Knacks erhalten.

Meine Mutter schickte mich ins Ballett (hey, das schreibt sich mit 2 ll und 2 tt!) damit ich nicht wie ein Bauer gehe.

Aber trotzdem.. es hat nichts genützt, weil ich innerlich ja völlig geknickt war.
Dann habe ich jahrelang an mir herumgedocktert um herauszufinden warum ich so anders war.
Eine dieser Uebungen war dann das Buch von Samy Molcho: Körpersprache

Da stand: Man solle sich wie eine Prinzessin fühlen, eine Marionettenprinzessin! Oben am Kopf der Faden und alle Extremitäten auch hängend an der Schnur.
Also man geht.. hängend von oben! und die Arme und Beine schwingen dann elegant am Körper.
Ich wurde gleich einige cm grösser. Und ging endlich einmal einigermassen elegant.

Irgendwie hatte dieses andere Gehen dann auch Auswirkungen auf meinen geistigen Zustand. Ich fühlte mich nämlich besser, schöner und sicherer.

Ich finde, es ist die ideale Einstiegsübung im Selbstvertrauen finden lernen. Sogar heute noch muss ich hie und wieder innehalten und mich in "Prinzessinnenstatus" denken. Auch ideal um sein Charisma aufzupolieren. Und wir ADSler haben ja kein Problem damit überheblich zu werden - die Realität holt uns leider schnell genug wieder ein.. hinfallen, aufstehen, Krone geraderücken, weitergehen!!!

Dienstag, 20. November 2012

Senioren mit ADS

Jeder redet nur von den Kindern....

Ich rede aber mal von den Senioren. Erstens bin ich selber schon bald in dem Alter und zweitens hat mein Vater ADS und sein Vater hatte es auch.

Mein Grossvater war ein cholerischer Mann, drohte schnell mit: "wotsch eis uf dä Ranzä?" (Willst du Schläge?) und war mager und immer aktiv. Wir hatten eigentlich Angst vor ihm und nannten ihn nur den Ranzäätti.

Er war aber auch kreativ und machte schöne Salontische aus Einlegearbeiten von Fliesenstücken in Beton. Sogar Wandbilder, die tadellos waren. Und ich bin da heikel.

Seine Frauen waren:
Die erste habe ich nicht mehr gekannt, sie starb als mein Vater in der Rekrutenschule war. Die 14-jährige Schwester wurde daraufhin verknurrt dazu den Männern den Haushalt zu machen. Sie sei eine liebe Frau gewesen, meint meine Tante.
Die zweite war nur ein Jahr mit ihm verheiratet, sie hat ihn finanziell ausgenommen.
Die dritte war wieder eine ganz liebe Frau. Sie war mir eine geliebte Grossmutter. Vermutlich hat sie ihn strukturiert und im Zaum gehalten, soweit es ihr möglich war.

Mein Vater ist eher der ruhige, strukturierte Mensch, wie ich auch. Er hat sich im Leben enorm zusammengerissen und man würde jetzt sagen, er hat sein ADS "ausgewachsen".
Das Zusammenreissen hat aber auch seine Nachteile gehabt, nämlich die Komorbitäten.
Bei ihm wars so, dass er zwar keine psychosomatischen Krankheiten bekam, aber er neigte zum Trinken. Zum Glück hat er nach dem Tod meiner Mutter schnell wieder eine Frau gefunden, die ihn strukturiert hat und ihm das Trinken wieder abgewöhnt hat.

Er hat sich selber so stark strukturiert, dass er Schmerzen nicht wahrgenommen hat. So fuhr er mit einem gebrochenen Hüftgelenk noch 25 km Fahrrad (Rennrad, mit eingespanntem Schuh). Oder er ging nach einem Sturz nach dem Skifahren zum Arzt, der meinte, das könne nichts sein, so wie er noch aufrecht gehe. Später sah man dann den gebrochenen Rückenwirbel. Mein Vater fuhr Ski "wie eine Sau". Er hat sich da auch als junger Mann schon einmal die Hüfte gebrochen. Ich denke, er war oft auf der Suche nach dem "Kick" oder kannte wie ich auch keine Angst.
Dann ist er auch enorm kreativ. Werkelt immer in der Werkstatt, die er sehr strukturiert aufräumt.
Aber auch beim arbeiten achtet er nicht auf seine Schmerzen oder Grenzen. Er hat sich mal einen Finger an einer Bohrmaschine ausgerissen und seine Hände sind ein einziges Schlachtfeld. (Ich gucke beim Durchlesen auf meine eigenen Finger und seufze).

Ein charismatischer Mann, der auf Kinder immer sehr anziehend gewirkt hat, aber wir, die eigenen Kinder sahen wenig von ihm. Ich habe einmal von ihm einen Brief bekommen, als ich auf Weltreise war, und das war wohl der erste tiefere Blick in seine Seele.

Dann andere Senioren mit ADS.
Seit ich meinen Blick etwas geschäft habe zum Thema merke ich öfters, dass jemand ADS hat. Oft zeichnen sich diese Menschen durch lautes Schwallreden aus. Sie sind immer hilfsbereit, aber wegen dem Schwallreden hat man sie doch lieber etwas auf Distanz.
Diese Menschen sind, falls Männer, oft mit sehr lieben Frauen gesegnet, die sie strukturieren. Ich habe wenig Komorbitäten beobachtet.
Die Frauen dagegen sind oft psychisch labil, haben meist den Partner verloren und neigen stark zu Komorbitäten. Falls sie hyperaktiv waren sind sie meist sehr mager gewesen in der Jugendzeit, was sich im Alter mit Knochenproblemen wie Osteoporose zeigt. Diese Frauen leben oft extrem strukturiert mit peinlichst aufgeräumten Wohnungen.
Auch Muskelrheuma konnte ich öfters beobachten.
Falls sie Uebergewicht hatten war es meist schweres Uebergewicht. Da merkte man auch, dass diese Frauen auch sonst einen opulenten Lebensstil zeigten. Sie haben nicht einen Gegenstand, nein sie haben jegliche Gegenstände, die sie ergattern können. Also nicht eine Vase für Rosen sondern mind. 20 in allen Formen und Grössen.
Was natürlich schnell zu einem chaotischen Lebensstil führt.

Beide Sorten lassen einem aber nie zu Wort kommen, sie sind jeglichen Verbesserungsvorschlägen gegenüber verschlossen. Schliesslich haben sie schon ein ganzes Leben lang mit sich und ihren Problemen gekämpft und haben absolut keine Neigung dazu im Alter sich das Leben mit einem so schnöden Ding wie einer Tablette leichter zu machen.

Aber gerade ein Ritalin würde gut tun. Endlich entspannen! Endlich loslassen können! Endlich freie Kapazität haben!
Gerade diese Menschen sind äusserst skeptisch Medikamenten gegenüber. Und dabei würde ihnen das mph ja nicht mehr schaden. Wachstumsprobleme wären sicherlich nicht zu befürchten *lach.

Zusätzlich habe ich auch eine spezielle Affinität zu bestimmten Aerzten beobachtet. ADS-Senioren haben immer einen Lieblingsarzt. Sie trauen nicht jedem. Das ist auch bei jüngeren ADS-lern typisch, sie brauchen den speziellen Bezug zu einem "Helfer", ob Arzt oder Therapeut. Und damit meine ich nicht das übliche: Ich kann dir diesen Arzt empfehlen, sondern sie schwärmen immer gleich in höchsten Tönen und lautstark!

Ob mph helfen würde bei Senioren? Ja, ich denke, es ist nie zu spät. Besonders gegenüber der Familie wäre es hilfreich und warum nicht auch sich selbst gegenüber? Man hat schliesslich lange genug sich abgestrampelt und darf, auch nach Beenden des Beruflebens, mal nicht nur mit einem Gläschen Wein oder einer Praline entspannen, sondern auch mit einem Medikament! (Ich habe keine Aktien bei den Pharmafirmen ;-)).

Sonntag, 18. November 2012

Containment - Gefühle denken

http://www.medizin-im-text.de/blog/2011/114/containment-wie-die-mutter-fuer-das-baby-denkt/

Ich bin immer noch auf der Suche nach mir und meinen Gefühlen. Dabei wurde mir das Wort containtment bekanntgemacht.
Ich habe mich ja auch mit der narzisstischen Störung beschäftigt. Es wurde mir bestätigt, dass es viele ADSler gäbe, die Probleme in dieser Richtung hätten.
Wenn man nun genauer hinschaut, dann sieht man (ADS- oder narzisstische) Eltern, die selber Mühe mit Gefühlen/Emotionen haben und damit sie ihren Babies/Kindern zu vermitteln.
Und wenn man nun das ADS dazurechnet welches die Kinder haben, dann muss man sich nicht wundern, wenn die Gefühlswelt dieser Menschen zusätzlich chaotisch ist. Auf jeden Fall nicht normgemäss.

Ich werde mich weiter mit dem Thema beschäftigen und euch entsprechend informieren.


Samstag, 17. November 2012

Spielsucht - Nervosität - Begeisterung

Immer wieder lese ich von Jugendlichen mit Spielsucht und wie das bei ADS ein Problem ist.

Gerade hat es mich wieder einmal gepackt. ABER......
Wenn ich bei mir persönlich genau hinschaue, dann war das schon mal da, aber in anderen Themen.

Das erste Mal als ich auf meiner ersten grossen Reise war.
Ich war so absorbiert, dass ich Essen und Trinken vergass. Hatte damals ca. 5 kg abgenommen, weil ich so "innerlich vibriert" habe. Ich weiss nicht genau, wie das besser beschreiben. Ev. Nerven, Hyperfokus, Absorbiertheit?

Das zweite Mal als ich mein erstes Haus gekauft habe. Eine alte Ferme im Jura. 2 Wochen lang habe ich kaum geschlafen, wieder 2 kg abgenommen, war nur am "Drehen". Habe geplant, Nächte lang am Haus "gebaut"!
Als ich dann dort war und wirklich gebaut - bzw. zuerst abgebrochen - habe, war es dann oft nur noch mühsam und Knochenarbeit. Aber die Begeisterung vorher!!! So toll!

Das dritte Mal war als ich einen Strickmaschinenkurs besuchte. Die Nächte nach den Kursbesuchen waren so nervös, dass ich nur ritsch-ratsch machte und keinen Schlaf fand.

Und dann wars vermutlich auch bei der Liebe zu meinem jetzigen Mann - das erste Jahr war ich in einem Dauer"vibrieren".

Und jetzt - ich spiele neu ein Computer-Spiel ("Dorfleben" bei Facebook - also nicht ein Spiel, welches auf Zeit geht, sondern nur einfach spannend ist und etwas Organisation/Struktur braucht), welches mich irgendwie völlig nervös macht. Kann seit mind. 2 Wochen wieder nur sehr schlecht schlafen. Normalerweise schaffe ich es auf 7-8 Stunden, jetzt höchstens 5-6 Stunden. Mal am WE etwas länger, weil ich erst am Morgen genügend entspannt bin, dass ich noch eine Runde weiterschlafen kann.

Was ich genau damit sagen will? Spielsucht ist nicht gleich Spielsucht und Hyperfokus wieder was anderes. Hyperfokus kenne ich, da habe ich immer mal wieder welche und die können auch über mehrere Jahre anhalten. Spiele mache ich immer gerne, ob Puzzle oder Patience oder was anderes. Aber diese Absorbiertheit ist was Spezielles. Dieses innere Vibrieren kenne ich eigentlich so von anderen nicht. Ich habs aber immer sehr genossen, wenn ich denn mal drin war. Denn ansonsten empfinde ich das Leben als sehr langweilig, jedenfalls bis ich Internet hatte. Seit da gehts mir bedeutend besser.

Jedenfalls zeigt es einmal wieder auf, das man genau fragen soll wie jemand fühlt. Ist z.B. ein Kind gerade in so einem Erlebnis oder ist es wirklich "süchtig"? Oder hat es einfach einen Hyperfokus auf etwas. Ich denke, einige gezielte Fragen zeigen das genauer auf und man kann dann differenziert reagieren.
Sollte es so eine Nervosität sein wie bei mir, dann lasst doch den Leuten/Kindern die Freude. Es sind wirklich die tollen Erlebnisse im Leben, die, die schöne Erinnerungen bilden.


Donnerstag, 6. September 2012

Coaching - Visualisierung - was macht wer wo im PC?

Der Computer verwaltet eure Daten und enthält Programme.

Die Festplatte C ist das Haus.

Da drin gibt es Zimmer. 
Das Fotozimmer
Das Musikzimmer
Das Videozimmer
Das Schreibzimmer (Dokumentenzimmer)

Angehängt gibt es Wohnwagen und Wohnmobile - die externen Speicherplatten und Memorysticks und SD-Cards. Die kann man anhängen und wegnehmen.

In den Zimmern gibt es Schränke und Schubladen und Ordner.
Dies sind Gegenstände und die machen nichts anderes als Daten aufbewahren.

Das DVD-Laufwerk (meist D) könnte man als Balkon bezeichnen. Es lässt sich so schön ausfahren. ;-)

Dann gibt es die Programme.

Das sind Personen.
Der Fotograf (Picasa, Gimp, Paint, Photoshop, Paintshop)
Der Musikant (Mediaplayer, Winamp, Quicktime, usw)
Der Filmer (Mediaplayer, Magix usw)
Der Sekretär (Microsoft Office, Open Office, Editor, Wordpad)
Der Postbote (Mailprogramm)

Dann gibt es den Polizisten (Virenschutz) und den Soldaten (den 2. Virenschutz, den man besser nicht hat, denn sonst erschiesst der Polizist den Soldaten).
Den Haushofmeister (Windows Explorer, zu finden unter alle Programme - Zubehör)
Den Telefonisten (Internet Explorer) - der hat zuviel Macht, den ergänzt man besser durch den Firefox oder Google Chrome, die sind nicht mit so vielen Kellerschlüsseln ausgestattet.
Den Diener, das ist der Rechtsklick, der wirft was weg oder macht sonst Dreckarbeit.

Die Personen haben keine Taschen. Das heisst, sie horten keine Daten, keine Fotos, keine Briefe, sie arbeiten nur damit. Deshalb kann man im Word keine Briefe löschen. Das kann man nur per Windows Explorer, wenn man den Brief geschlossen hat, also dem Sekretär aus den "Pfoten" genommen hat.

Dann gibt es noch die Datenbanken.
Da könnte man das Programm Banana nennen. Das sind Programme, die haben eigene Datenlisten, die sie an sehr seltsamen Orten speichern. Das macht man meist am besten mit der Zuliefererfirma ab und mit dem Buchhalter. Wer sich so ein Programm kauft, der muss wissen wo das gespeichert ist und die Datenlisten/Datenbanken auch regelmässig speichern. Das kann schnell ins Geld gehen, wenn man das vernachlässigt!

Coaching - Updates am PC

Ja, eine Frage, die immer wieder gestellt wird.

Grundsätzlich dürfen folgende Programme immer Updates machen, bzw. sie MUESSEN!!!!

Microsoft
Mozilla
Apple
Adobe
Java

Auch wenn ihr diese Programme gar nicht aktiv nutzt, sie werden als Hilfsprogramme gebraucht um euch eine Datei zu öffnen oder Bilder/Videos anzuzeigen.

Die Updates (Aufdatierungen) schliessen Sicherheitslücken oder verbessern ein Programm.
Aktuell sind sehr viele Updates aktiv wegen der iphones und der damit verbundenen Umstellungen.

Montag, 3. September 2012

Coaching - Organisation von Daten am PC

Abgesehen von Mails, was ich im Post vorher beantwortet habe, gehe ich hier grundsätzlich auf das Organisieren von Daten am PC ein.

Ideal ist es, wenn man die Ikone Arbeitsplatz oder Computer auf dem Desktop angezeigt hat. Ansonsten auf Start gehen und dann Rechtsklick auf dieses Wort und: "Auf Desktop anzeigen".

Der Rechtsklick ist immer sehr hilfreich! Löschen, kopieren, umbenennen, neue Ordner.... usw.

1. Daten sollte man unter den "Eigenen Dateien"/Bibliotheken speichern.
2. Sollte man sie zusätzlich auf einer externen Festplatte sichern.

Fotos unter Bilder, Texte unter Dokumente, Musik unter Musik, Filmchen unter Videos.

Der Name dieser Dateien sollte so heissen: 2012-09-01 London
So werden die Daten sauber chronologisch abgelegt und man findet sie nach dem Stichwort wieder.

Vergesst nicht, man kann Google in ganzen Sätzen fragen.
Folgende Sätze würde ich fragen:
Endungen anzeigen
Daten auf Stick/Festplatte speichern
Wie mache ich ......

Das Gratis-Programm Picasa findet alle Fotos auf der Festplatte und zeigt sie an. Es kann auch einfache Verbesserungen machen.Es schreibt sogar in ein Bild hinein. Anschliessend unter "Datei": als Kopie speichern.

Das Gratis-Programm Open-Office kann alle Dokumente öffnen auch docx und pps und anzeigen. Falls man also einen Mail-Anhang nicht öffnen kann, dann ist es gut möglich, dass Open-office das schafft.

Aktuell ist Firefox nicht so gut drauf. Ev. zusätzlich Google Chrome laden, falls es nicht alle Videos anzeigt oder pdf's öffnet.

Bei pdf-Problemen ev. den neuesten Adobe Reader laden.

Programme laden am besten bei Chip oder PC-Welt, die anderen Anbieter sind oft nicht sicher oder tragen das Risiko von Abo-Fallen.