Ja, schade... ich will ja nicht Werbung machen dafür, aber ich seh einfach immer mehr Erwachsene, die ohne Ritalin oder ein ähnliches Medikament nicht durchkommen im Leben.
Gerade gestern wieder.. eine talentierte, gescheite Frau. Aber sowas von sprunghaft und schwierig. Sie konnte sich keine 2 Minuten konzentrieren. Es tat richtig weh das zu sehen.
Letzthin ein junger Mann. Hat seine wunderbare Freundin verloren, weil er so unzuverlässig ist. Jetzt ist er auf der Suche nach einer Wohnung... auch das tut mir wirklich weh, ich sah es kommen. Gerade wollte er noch alles retten, indem er gross Verlobung feierte!
Ich bat ihn doch mal etwas über ADS nachzulesen, ob es ev. auf ihn zutreffen könnte. NEIN! meinte er, das kann nicht sein - ich wurde als Kind getestet.
Aber es ist eben doch so. Er ist nur einfach etwas intelligenter und konnte sich durchschmuggeln in der Schule. Und jetzt schmuggelt er sich durchs Leben und ist total unglücklich. Er versteht nicht was schief laufen konnte: Sicher ist die Exfreundin eine Lesbe. Es kann doch nicht sein, dass sie einen so tollen und liebevollen Mann wie ihn nicht mehr ertragen kann!
Was ich damit sagen will:
Es ist einfach total schade, dass so auf dem ADS/ADHS rumgehackt wurde und das Ritalin, bzw. die medikamentöse Kompensation so völlig verteufelt wurde.
Gerade die Menschen, die total Hilfe bräuchten sind absolut nicht auf ADS ansprechbar und widmen sich viel lieber ihren inzwischen erschienen Komorbiditäten (also den Nachfolgeerkrankungen).
Und deren sind viele.. der junge Mann hat inzwischen seinen ersten Herzinfarkt durchgemacht und andere haben Muskelerkrankungen vom "sich Zusammenreissen" oder kaputte Zähne vom "Zähne zusammenbeissen" oder Rückenschmerzen oder Bauchbeschwerden...
Die ganz Wenigen, die auf meinen Rat sich einmal die neuen ADS-Berichte etwas genauer ansahen und das ADS auf sich beziehen konnten, sind heutzutage viel glücklicher. Sogar hübscher und haben keine Schmerzen mehr. Ja. Habe eine solche Frau wieder getroffen. Endlich konnte sie den Menschen in die Augen sehen, endlich konnte sie strahlen. (Viele ADSler haben Mühe mit dem Blickkontakt).
Es war eine absolute Freude die Frau zu sehen und zu hören wie gut es ihr jetzt ging.
Auch weitere Menschen haben mind. an sich im Sinne von ADS gearbeitet und sie haben enorm davon profitiert. Es muss nicht immer gleich das Ritalin sein, aber es hilft - mind. im ersten Jahr, sich zu erkennen und zu strukturieren.
Samstag, 18. Juli 2015
Freitag, 5. Juni 2015
Coaching - Prokrastination angehen
Leider bin ich immer noch von dem Uebel der Prokrastination betroffen, was heisst, ich schiebe Arbeiten hinaus und kann mich vor allem nicht von dem lösen, was ich gerade tue.
Ich denke, der Lösungsansatz liegt darin, dass man sich von dem löst, was man gerade macht.
Tipps:
Nachtrag:
Kleinere, vor allem überschaubare Dinge erledige ich gerne zuerst.
Sind Aufgaben grösser, unangenehmer, dann in kleinere Stücke zerlegen (in Gedanken).
Sagt jemand ich muss was tun, dann kann es sein, dass ich so sauer bin (völlig sinnlos ;-)), dass ich es erst recht nicht mache.
Aber es kann auch sein, dass ich es erst mache, wenn man mich darauf aufmerksam macht.
Der arme Mensch, der das völlig unmotivierte Gezeter von mir über sich ergehen lassen muss und nicht weiss wie ihm geschieht.
Ich denke, der Lösungsansatz liegt darin, dass man sich von dem löst, was man gerade macht.
Tipps:
- Auf Toilette gehen
- Mails checken
- Anfangen darüber nachzudenken, was man für die Aufgabe braucht und nach Möglichkeit schon das bereit legen was man in Griffnähe hat.
- Manchmal reicht mir ein Blick zur Seite und der Bann unter dem ich stehe ist gebrochen.
- An etwas Angenehmes denken was mit der Aufgabe im Zusammenhang steht. Planen was man machen möchte, also einfach daran denken...
- Einen Zeitpunkt festlegen zu dem man starten möchte/kann. Ev. Wecker oder Eieruhr stellen.
- Wenn man auf etwas wartet, z.B. Kaffee kocht, dann gleich abwaschen, man steht ja eh in der Küche rum.
- Gedanken festhalten auf Zettel. Heute habe ich 4 Punkte auf der Liste und einer ist schon gemacht. Küche ist auch gemacht und jetzt gehts raus Lindenblüten pflücken. Also brauche ich dazu eine Stofftasche, die ich am Gürtel befestigen kann. Sobald ich daran denke wo die ist, löse ich mich schon von dem was ich jetzt tue. Aber ich schreibe noch schnell fertig, denn etwas beenden ist auch wichtig.
Nachtrag:
Kleinere, vor allem überschaubare Dinge erledige ich gerne zuerst.
Sind Aufgaben grösser, unangenehmer, dann in kleinere Stücke zerlegen (in Gedanken).
Sagt jemand ich muss was tun, dann kann es sein, dass ich so sauer bin (völlig sinnlos ;-)), dass ich es erst recht nicht mache.
Aber es kann auch sein, dass ich es erst mache, wenn man mich darauf aufmerksam macht.
Der arme Mensch, der das völlig unmotivierte Gezeter von mir über sich ergehen lassen muss und nicht weiss wie ihm geschieht.
Donnerstag, 4. Juni 2015
Positives über ADS/ADHS
http://www.rsbesigheim.de/content/images/content/_bilder/schulprofil/positives.pdf
Super.. endlich mal ein guter und richtig gesehener Bericht über ADSler! *superfreu
Super.. endlich mal ein guter und richtig gesehener Bericht über ADSler! *superfreu
Donnerstag, 29. Januar 2015
Sind ADSler teamfähig?
Immer wenn man solche Fragen stellt gibt es beim ADHS keine Ja- oder Nein-Antwort.
Sucht man eine Person um ein Team zu ergänzen, dann muss man sich bei der Einstellung eines ADSlers eine andere Frage stellen.
Kann man die positiven Eigenschaften eines ADSlers brauchen?
Kann man die negativen Eigenschaften eines ADSlers kompensieren/verkraften?
Ein ADSler wird sich zwar gebührend anstrengen um in einem Team zu bestehen, aber er ist eigentlich ganz klar ein Troubleshooter!
Er kann gewisse Dinge, die Normalbürger nicht oder nur schlecht können sehr gut, hingegen gewisse Dinge, die Normalbürger sehr gut können nur bedingt.
Das kann man nun nutzen!
Wenn man einem ADSler nun also eine Arbeit geben möchte, dann am besten eine, die man selber nicht gerne macht oder nicht gut kann. Meist wird der ADSler besser damit fertig, als man es sich hätte träumen lassen.
Hingegen sollte man sich nicht wundern, wenn der ADSler eine einfach Routinearbeit immer schlechter ausführt.
Normalerweise lernen Menschen mit der Zeit etwas immer besser zu machen. Beim ADSler ist es, wie vieles andere auch, gleich umgekehrt. Zu Beginn wird der ADSler alles viel schneller und besser meistern als andere.
Ihn interessiert das Neue, das Andere, der Notfall! Da liegen seine Begabungen, da wird er auf einmal wach und kreativ!
Klar gibt es auch die ADSler, die vom Leben demotiviert eine neue Aufgabe gar nicht mehr angehen möchten und sich nichts zutrauen.
Kann nun also ein Team einen ADSler fördern, indem man ihm hie und wieder hilft seine Routinearbeiten (die dem Team ja ganz leicht fallen) zu erledigen und ihn darauf hinweist, falls er mal wieder in seinen Bemühungen nachlässt, dann wird er dafür das Team bei Spezialaufgaben äufs Aeusserste unterstützen und kann ungeahnte Kräfte/Kreativität/Interessen entwickeln.
Das sollte das Team nach Möglichkeit nutzen und nicht den ADSler mit Routinearbeiten kaltstellen.
Ich höre immer wieder: Du kannst das nicht.. dann musst du halt etwas machen, was eine Stufe leichter ist.
NEIN! es soll eine Stufe höher sein! Damit der ADSler seinen Hyperfokus aktivieren kann und zur Höchstform auflaufen.
Und jetzt genau nützt er jedem Team!
Ich möchte hiermit auch noch meinem aktuellen Team herzlich danken, denn seit ich mehr über mein ADS weiss, konnte ich dem Team das genauer erklären und ihnen genauere Anweisungen geben, wie sie mich unterstützen können und was sie von mir erwarten können. Seither kann ich viel effektiver arbeiten und mein Team wirklich gut unterstützen. Besonders der Umgangston ist von anklagend zu konstruktiv umgeschwenkt ;-)
Danke!
Sucht man eine Person um ein Team zu ergänzen, dann muss man sich bei der Einstellung eines ADSlers eine andere Frage stellen.
Kann man die positiven Eigenschaften eines ADSlers brauchen?
Kann man die negativen Eigenschaften eines ADSlers kompensieren/verkraften?
Ein ADSler wird sich zwar gebührend anstrengen um in einem Team zu bestehen, aber er ist eigentlich ganz klar ein Troubleshooter!
Er kann gewisse Dinge, die Normalbürger nicht oder nur schlecht können sehr gut, hingegen gewisse Dinge, die Normalbürger sehr gut können nur bedingt.
Das kann man nun nutzen!
Wenn man einem ADSler nun also eine Arbeit geben möchte, dann am besten eine, die man selber nicht gerne macht oder nicht gut kann. Meist wird der ADSler besser damit fertig, als man es sich hätte träumen lassen.
Hingegen sollte man sich nicht wundern, wenn der ADSler eine einfach Routinearbeit immer schlechter ausführt.
Normalerweise lernen Menschen mit der Zeit etwas immer besser zu machen. Beim ADSler ist es, wie vieles andere auch, gleich umgekehrt. Zu Beginn wird der ADSler alles viel schneller und besser meistern als andere.
Ihn interessiert das Neue, das Andere, der Notfall! Da liegen seine Begabungen, da wird er auf einmal wach und kreativ!
Klar gibt es auch die ADSler, die vom Leben demotiviert eine neue Aufgabe gar nicht mehr angehen möchten und sich nichts zutrauen.
Kann nun also ein Team einen ADSler fördern, indem man ihm hie und wieder hilft seine Routinearbeiten (die dem Team ja ganz leicht fallen) zu erledigen und ihn darauf hinweist, falls er mal wieder in seinen Bemühungen nachlässt, dann wird er dafür das Team bei Spezialaufgaben äufs Aeusserste unterstützen und kann ungeahnte Kräfte/Kreativität/Interessen entwickeln.
Das sollte das Team nach Möglichkeit nutzen und nicht den ADSler mit Routinearbeiten kaltstellen.
Ich höre immer wieder: Du kannst das nicht.. dann musst du halt etwas machen, was eine Stufe leichter ist.
NEIN! es soll eine Stufe höher sein! Damit der ADSler seinen Hyperfokus aktivieren kann und zur Höchstform auflaufen.
Und jetzt genau nützt er jedem Team!
Ich möchte hiermit auch noch meinem aktuellen Team herzlich danken, denn seit ich mehr über mein ADS weiss, konnte ich dem Team das genauer erklären und ihnen genauere Anweisungen geben, wie sie mich unterstützen können und was sie von mir erwarten können. Seither kann ich viel effektiver arbeiten und mein Team wirklich gut unterstützen. Besonders der Umgangston ist von anklagend zu konstruktiv umgeschwenkt ;-)
Danke!
Freitag, 2. Januar 2015
Heizkissen - zum besser Einschlafen
Jetzt ist ja wieder die Zeit wo es eher kalt ist in der Nacht.
Ich habe den Radiator abgestellt im Schlafzimmer, dafür eine recht grosse Bettdecke, in die ich mich schön einkuschlen kann.
Trotzdem bin ich öfters immer noch sehr unruhig und kann schlecht einschlafen. Aber es ist schon viel besser als früher, wo ich noch nichts vom ADS wusste und noch keine Medis nahm.
Besonders jetzt habe ich wieder Probleme also in der Zeit zwischen Weihnacht und Anfang neuem Jahr, wo man öfters ausschläft oder länger aufbleibt und der Schlafrhythmus nicht mehr so konstant ist.
Nun ist mir aufgefallen, dass ich problemlos einschlafen kann, wenn das Zimmer kalt ist, aber ich ein Heizkissen im Bett habe. Das ist schön entspannend, kuschelig und innert Minuten bin ich weg - im Land der Träume!
Gute Nacht!
Ich habe den Radiator abgestellt im Schlafzimmer, dafür eine recht grosse Bettdecke, in die ich mich schön einkuschlen kann.
Trotzdem bin ich öfters immer noch sehr unruhig und kann schlecht einschlafen. Aber es ist schon viel besser als früher, wo ich noch nichts vom ADS wusste und noch keine Medis nahm.
Besonders jetzt habe ich wieder Probleme also in der Zeit zwischen Weihnacht und Anfang neuem Jahr, wo man öfters ausschläft oder länger aufbleibt und der Schlafrhythmus nicht mehr so konstant ist.
Nun ist mir aufgefallen, dass ich problemlos einschlafen kann, wenn das Zimmer kalt ist, aber ich ein Heizkissen im Bett habe. Das ist schön entspannend, kuschelig und innert Minuten bin ich weg - im Land der Träume!
Gute Nacht!
Montag, 8. Dezember 2014
Zuhören
Was passiert beim Zuhören?
Beim Zuhören beim Chef? Freundin? Ehemann?
Es gibt jeweils schnell einen Punkt, wo man etwas entgegnen möchte, etwas beifügen oder kommentieren.
Und genau ab diesem Punkt kann man nicht mehr richtig zuhören. Ich bin eigentlich ein guter Zuhörer, aber kommt so ein Punkt und ich kann/darf nichts sagen, dann fällt es mir unendlich schwer weiter genau so aufmerksam zuzuhören. Ritalin und Konsorten helfen da enorm um still zu bleiben und dem Gegenüber nicht ständig in die Rede zu fallen.
Ich höre also meinem Chef zu: "Telefoniere dorthin und frage nach xy".
Und genau ab da bin ich in Gedanken schon dabei zu telefonieren. Sagt er nun noch, dass ich diesen Brief kopieren und wegschicken soll, wirds für mich schon schwierig. Ich reisse mich also vom Gedanken an das Telefon los und lege den Brief auf den Kopierer (Gedankenstütze).
Nun geht der Chef weg, ruft aber noch über die Schulter zurück, ich solle noch das und das machen.
Genau jetzt ist der Punkt gekommen, wo ich spätestens aufschreiben muss.
Eigentlich sollte ich schon bei der ersten Aufgabe aufschreiben, was mir dann aber äusserst irritierende Blicke sichert. Denn der Chef weiss ja, dass er nur eine Aufgabe anordnet.
Ich fühle mich also blöd, möchte nicht dumm dastehen und schreibe nicht auf. Und spätestens bei Punkt 3 und 4 kann ich mich nicht mehr an die Details erinnern von Auftrag 1 und 2.
Und dann vergesse ich was oder muss nachfragen. Oder habe etwas falsch aufgefasst. Peinlich.
Unterwegs mit einer Freundin kann man nicht aufschreiben, da möchte man gerne kommentieren und ihr in die Rede fallen. Ist für 1-2x auch ok, wird aber spätestens bei jedem 2. Satz unangenehm.
Bei einem Vortrag/Gruppe kann man kurz die Hand aufstrecken und somit anzeigen, dass man einen Einwurf/Frage hätte. So kann der Leiter in Ruhe seinen angefangenen Satz zu Ende sprechen und dann nachfragen, was ich möchte.
Das geht meist recht gut. Habe mich aber da auch mit Medis besser in der Hand. Allerdings sollte man ja das wirklich trainieren, dass man nicht immer gleich dazwischen quatscht. Es geht auch wirklich das zu trainieren - kann aber Jahre dauern.
Ehemann: Solange man keinen Aerger provoziert, sollte man das mit dem Mann regeln können. Ihm die Situation erklären und ihn bitten das zu aktzeptieren. Und er soll es halt sagen, wenn er difinitiv genug hat, dass man immer kommentiert. Allerdings bin ich hier am Punkt, wo ich sehr versuche mir anzutrainieren, dass ich ihm länger still zuhöre und die Fragen in Stichworten auf einen Zettel schreibe und nach seinem Vortrag dann eine nach der anderen durchdiskutiere.
Im Endeffekt bin ich aber so schnell in meinen Gedanken und die Gedanken schiessen so ungefiltert durch mein Hirn, dass es eher unangenehm ist zuzuhören. Des halb führe ich oft mit meinem eigenen Ich Selbstgespräche und diskutiere etwas aus.
In der ersten Runde dieser Gespräche komme ich von Pontius zu Pilatus, in der zweiten Runde geht es schon besser und in der Endrunde kann ich alles in einem Satz abhandeln. Es ist auch interessant, wie gut ich das kann. Ich komme so auf Ideen, auf die ich "alleine" nicht gekommen wäre und das Gespräch nimmt oft unerwartete Wendungen.
Auch eine gute Sache ist sich in Briefen/Mails auszutauschen oder in einer Chatfunktion. Da kann man Einwürfe machen ohne den anderen in seinem Gedankenfluss zu stören. Ein Hoch auf die modernen Zeiten!
Beim Zuhören beim Chef? Freundin? Ehemann?
Es gibt jeweils schnell einen Punkt, wo man etwas entgegnen möchte, etwas beifügen oder kommentieren.
Und genau ab diesem Punkt kann man nicht mehr richtig zuhören. Ich bin eigentlich ein guter Zuhörer, aber kommt so ein Punkt und ich kann/darf nichts sagen, dann fällt es mir unendlich schwer weiter genau so aufmerksam zuzuhören. Ritalin und Konsorten helfen da enorm um still zu bleiben und dem Gegenüber nicht ständig in die Rede zu fallen.
Ich höre also meinem Chef zu: "Telefoniere dorthin und frage nach xy".
Und genau ab da bin ich in Gedanken schon dabei zu telefonieren. Sagt er nun noch, dass ich diesen Brief kopieren und wegschicken soll, wirds für mich schon schwierig. Ich reisse mich also vom Gedanken an das Telefon los und lege den Brief auf den Kopierer (Gedankenstütze).
Nun geht der Chef weg, ruft aber noch über die Schulter zurück, ich solle noch das und das machen.
Genau jetzt ist der Punkt gekommen, wo ich spätestens aufschreiben muss.
Eigentlich sollte ich schon bei der ersten Aufgabe aufschreiben, was mir dann aber äusserst irritierende Blicke sichert. Denn der Chef weiss ja, dass er nur eine Aufgabe anordnet.
Ich fühle mich also blöd, möchte nicht dumm dastehen und schreibe nicht auf. Und spätestens bei Punkt 3 und 4 kann ich mich nicht mehr an die Details erinnern von Auftrag 1 und 2.
Und dann vergesse ich was oder muss nachfragen. Oder habe etwas falsch aufgefasst. Peinlich.
Unterwegs mit einer Freundin kann man nicht aufschreiben, da möchte man gerne kommentieren und ihr in die Rede fallen. Ist für 1-2x auch ok, wird aber spätestens bei jedem 2. Satz unangenehm.
Bei einem Vortrag/Gruppe kann man kurz die Hand aufstrecken und somit anzeigen, dass man einen Einwurf/Frage hätte. So kann der Leiter in Ruhe seinen angefangenen Satz zu Ende sprechen und dann nachfragen, was ich möchte.
Das geht meist recht gut. Habe mich aber da auch mit Medis besser in der Hand. Allerdings sollte man ja das wirklich trainieren, dass man nicht immer gleich dazwischen quatscht. Es geht auch wirklich das zu trainieren - kann aber Jahre dauern.
Ehemann: Solange man keinen Aerger provoziert, sollte man das mit dem Mann regeln können. Ihm die Situation erklären und ihn bitten das zu aktzeptieren. Und er soll es halt sagen, wenn er difinitiv genug hat, dass man immer kommentiert. Allerdings bin ich hier am Punkt, wo ich sehr versuche mir anzutrainieren, dass ich ihm länger still zuhöre und die Fragen in Stichworten auf einen Zettel schreibe und nach seinem Vortrag dann eine nach der anderen durchdiskutiere.
Im Endeffekt bin ich aber so schnell in meinen Gedanken und die Gedanken schiessen so ungefiltert durch mein Hirn, dass es eher unangenehm ist zuzuhören. Des halb führe ich oft mit meinem eigenen Ich Selbstgespräche und diskutiere etwas aus.
In der ersten Runde dieser Gespräche komme ich von Pontius zu Pilatus, in der zweiten Runde geht es schon besser und in der Endrunde kann ich alles in einem Satz abhandeln. Es ist auch interessant, wie gut ich das kann. Ich komme so auf Ideen, auf die ich "alleine" nicht gekommen wäre und das Gespräch nimmt oft unerwartete Wendungen.
Auch eine gute Sache ist sich in Briefen/Mails auszutauschen oder in einer Chatfunktion. Da kann man Einwürfe machen ohne den anderen in seinem Gedankenfluss zu stören. Ein Hoch auf die modernen Zeiten!
Mittwoch, 19. November 2014
Warum so aggressiv - 2
Und diesmal geht es nicht um die sogenannt Normalen, die ADSlern gegenüber aggressiv sind, sondern um die ADSler selber.
Auch die haben einen extrem aggressiven Ton drauf. Es ist schon zu verstehen warum und ich kann damit leben.
ABER!
Darf ich euch einfach sagen, dass ihr aggressiv seid? Dass ihr an allem herumkrittelt? Dass ihr nie lacht und alles bierernst nehmt?
Ich weiss, das Leben ist schwer für ADSler. Es braucht viel Struktur um durchs Leben zu kommen. Nur.. mit einem kleinen Lächeln geht es auch.. sogar besser!
Warum nicht einmal versuchen zu entspannen und fünfe gerade sein lassen? Warum nicht als nächsten Bewältigungsschritt versuchen einfach zu lächeln und nicht gleich zu reagieren?
Schwierig, ich weiss.. besonders wenn dann noch andere ADSler dabei sind, die voll auf Dampf sind.
Guckt mal in den Spiegel und streicht jeweils am Morgen eure Mundecken in die Breite und Höhe.. und dann.. zuerst mal lächeln, bevor man loswettert.. ok?
(Mei, habe ich Muskelkater um den Mund herum.. man kann sogar die Augen ins Lächeln miteinbeziehen.. tut auch gut)
Auch die haben einen extrem aggressiven Ton drauf. Es ist schon zu verstehen warum und ich kann damit leben.
ABER!
Darf ich euch einfach sagen, dass ihr aggressiv seid? Dass ihr an allem herumkrittelt? Dass ihr nie lacht und alles bierernst nehmt?
Ich weiss, das Leben ist schwer für ADSler. Es braucht viel Struktur um durchs Leben zu kommen. Nur.. mit einem kleinen Lächeln geht es auch.. sogar besser!
Warum nicht einmal versuchen zu entspannen und fünfe gerade sein lassen? Warum nicht als nächsten Bewältigungsschritt versuchen einfach zu lächeln und nicht gleich zu reagieren?
Schwierig, ich weiss.. besonders wenn dann noch andere ADSler dabei sind, die voll auf Dampf sind.
Guckt mal in den Spiegel und streicht jeweils am Morgen eure Mundecken in die Breite und Höhe.. und dann.. zuerst mal lächeln, bevor man loswettert.. ok?
(Mei, habe ich Muskelkater um den Mund herum.. man kann sogar die Augen ins Lächeln miteinbeziehen.. tut auch gut)
Künstliche Blumen
Hand aufs Herz - wie viele künstliche Blumen habt ihr in eurer Wohnung?
Ich würde das unter Dignosekriterien einreihen.
Alle ADSler-Damen, die ich kenne, haben viel Deko, besonders lieben sie künstliche Blumen. Es hat ja auch viele Vorteile, denn das Giessen ist ja etwas, was man gerne mal vergisst oder man vergisst alte Blumen zu entsorgen.
Wenn ich dann jeweils nachgefragt habe, war es diesen Damen komplett unmöglich etwas von ihren Dekos zu entsorgen. Da hingen viele Emotionen dran. Oder die Deko war unerhört praktisch.
Schnöd-Modus an: 7, was sage ich 10 Uhren pro Zimmer und keine zeigt die richtige Zeit. Kerzen in allen Ecken. Wunderschöne Deko, aber überdeckt mit der nächsten Deko und diese wieder überdeckt von der übernächsten.
Ich erinnere mich, dass sich mein Mann weigerte ein Möbel mit gerader Abstellfläche anzuschaffen, weil ich ja sowieso alles vollstellte. *seufz
Womit ich zugeben muss, dass auch bei mir noch Handlungsbedarf besteht und ich mind. 3 künstliche Blumendekos im Haus habe... gehen wirs an und "erleichtern" wir uns. Weniger ist mehr!
Nachtrag: Guckt mal wieder in eure Küche und entsorgt was abgelaufen ist. Man kann durchaus nur mit 3 Sorten Marmelade und 3 Saucen leben!
Ich würde das unter Dignosekriterien einreihen.
Alle ADSler-Damen, die ich kenne, haben viel Deko, besonders lieben sie künstliche Blumen. Es hat ja auch viele Vorteile, denn das Giessen ist ja etwas, was man gerne mal vergisst oder man vergisst alte Blumen zu entsorgen.
Wenn ich dann jeweils nachgefragt habe, war es diesen Damen komplett unmöglich etwas von ihren Dekos zu entsorgen. Da hingen viele Emotionen dran. Oder die Deko war unerhört praktisch.
Schnöd-Modus an: 7, was sage ich 10 Uhren pro Zimmer und keine zeigt die richtige Zeit. Kerzen in allen Ecken. Wunderschöne Deko, aber überdeckt mit der nächsten Deko und diese wieder überdeckt von der übernächsten.
Ich erinnere mich, dass sich mein Mann weigerte ein Möbel mit gerader Abstellfläche anzuschaffen, weil ich ja sowieso alles vollstellte. *seufz
Womit ich zugeben muss, dass auch bei mir noch Handlungsbedarf besteht und ich mind. 3 künstliche Blumendekos im Haus habe... gehen wirs an und "erleichtern" wir uns. Weniger ist mehr!
Nachtrag: Guckt mal wieder in eure Küche und entsorgt was abgelaufen ist. Man kann durchaus nur mit 3 Sorten Marmelade und 3 Saucen leben!
Donnerstag, 18. September 2014
Warum so aggressiv?
Warum werden sogenannt "normale" Leute ADSlern gegenüber so aggressiv?
Das ist etwas was ich absolut nicht verstehen kann. Was reizt sie so an uns?
Ich denke, spätestens nach 1-2 Tagen schaffe ich es jemanden, den ich seit vielen Jahre kenne und als guten Freund bezeichnen kann völlig aggressiv zu machen wenn ich z.B. mit ihm auf Reisen gehe. Warum?
Ich brauche meinen Freiraum.
Ich kann mich für etwas völlig begeistern.
Ich bin in gewissen Dingen sehr strukturiert.
In bin in gewissen Dingen kategorisch.
Aber genau so bin ich in anderen Dingen extrem aufmerksam, einfühlsam, frage nach, erkläre, kläre auf usw.
Und trotzdem.. nach wenigen Stunden merke ich, dass es nicht geht. Das Gegenüber hat andere Vorstellungen, versteht falsch, fühlt sich falsch verstanden, hält mir Vorträge ich soll mich ändern, zusammenreissen.
Ich übe mich in Geduld, Verständnis und je länger das geht desto mehr gerät alles zur Farce. Klar ist jetzt der Punkt der Aggressivität auf beiden Seiten erreicht. Nur ist mir das eben schon öfters passiert. Und das Gegenüber meint jeweils, ihnen passiere das nie mit anderen.
Genau so habe ich aber Leute mit denen ich reisen oder zusammen sein kann ohne jegliche Probleme. Aber genau diese Leute würde ich nicht unbedingt als "normal" bezeichnen. Es sind Menschen, die auch etwas speziell sind. Keine ADSler, aber halt Leute, die etwas anders sind. Die sich nicht unbedingt der Norm fügen (wollen/müssen). Und die ev. gerade deshalb keinen Anlass haben aggressiv zu werden wenn jemand etwas anders ist???
Auch in Zeitungen und an Stammtischen sind Kommentare über ADSler sofort markant aggressiv. Hier fällt auch immer auf, dass die Info, die die Leute zur Hand haben mind. 20 Jahre alt ist und zu 90% falsch. Es wäre nett, wenn Zeitungen und Fernseh endlich mal ihre Berichterstattung aktualisieren würden.
Das ist etwas was ich absolut nicht verstehen kann. Was reizt sie so an uns?
Ich denke, spätestens nach 1-2 Tagen schaffe ich es jemanden, den ich seit vielen Jahre kenne und als guten Freund bezeichnen kann völlig aggressiv zu machen wenn ich z.B. mit ihm auf Reisen gehe. Warum?
Ich brauche meinen Freiraum.
Ich kann mich für etwas völlig begeistern.
Ich bin in gewissen Dingen sehr strukturiert.
In bin in gewissen Dingen kategorisch.
Aber genau so bin ich in anderen Dingen extrem aufmerksam, einfühlsam, frage nach, erkläre, kläre auf usw.
Und trotzdem.. nach wenigen Stunden merke ich, dass es nicht geht. Das Gegenüber hat andere Vorstellungen, versteht falsch, fühlt sich falsch verstanden, hält mir Vorträge ich soll mich ändern, zusammenreissen.
Ich übe mich in Geduld, Verständnis und je länger das geht desto mehr gerät alles zur Farce. Klar ist jetzt der Punkt der Aggressivität auf beiden Seiten erreicht. Nur ist mir das eben schon öfters passiert. Und das Gegenüber meint jeweils, ihnen passiere das nie mit anderen.
Genau so habe ich aber Leute mit denen ich reisen oder zusammen sein kann ohne jegliche Probleme. Aber genau diese Leute würde ich nicht unbedingt als "normal" bezeichnen. Es sind Menschen, die auch etwas speziell sind. Keine ADSler, aber halt Leute, die etwas anders sind. Die sich nicht unbedingt der Norm fügen (wollen/müssen). Und die ev. gerade deshalb keinen Anlass haben aggressiv zu werden wenn jemand etwas anders ist???
Auch in Zeitungen und an Stammtischen sind Kommentare über ADSler sofort markant aggressiv. Hier fällt auch immer auf, dass die Info, die die Leute zur Hand haben mind. 20 Jahre alt ist und zu 90% falsch. Es wäre nett, wenn Zeitungen und Fernseh endlich mal ihre Berichterstattung aktualisieren würden.
Samstag, 30. August 2014
Inneres Vibrieren bei ruhigen ADS-lern
Vorgeschichte:
Diesen Sommer ging ich öfters Nordic Walken um mein Knie, nach einer Knieoperation wieder gut zu bewegen. Auch während einer Wanderwoche in den Bergen hatte ich die Stöcke dabei. Danach hatte ich Schmerzen im Handgelenk und versuchte am Computer die Hand etwas zu entlasten. Das war nicht gut, danach begannen Klein- und Ringfinger zu kribbeln.
Diese Woche habe ich das neurochirurgisch abklären lassen. Man hat mich an elektrische Leitungen angehängt und Strom gegeben. Ich war natürlich total kooperativ und habe brav entspannt. Der Arzt war sehr zufrieden. Die Finger sind brav hochgehüpft und ich konnte auf dem Monitor die Kurve beobachten.
Dann hat er noch die andere, gesunde Hand gegengeprüft. Klar, tat es mit der Zeit recht weh, aber ein ADS-ler kann ja abschalten und ist nicht wehleidig.
Aber auf einmal begann der Arzt zu fluchen und erzählte was von Irritationen. Erst da realisierte ich, dass ich begonnen hatte, auf den Stress innerlich zu vibrieren.
Ich versuchte mich wieder zu entspannen und erklärte ihm, dass ich halt ADS hätte.
Auch das ist etwas, was andere Menschen auch haben, aber ADS-ler halt eben öfters oder früher! Und auch das ist etwas, weswegen man dem Arzt die Diagnose mitteilen sollte.
Aber jetzt habe ich einen Beweis für meinen inneren Vulkan.
Diesen Sommer ging ich öfters Nordic Walken um mein Knie, nach einer Knieoperation wieder gut zu bewegen. Auch während einer Wanderwoche in den Bergen hatte ich die Stöcke dabei. Danach hatte ich Schmerzen im Handgelenk und versuchte am Computer die Hand etwas zu entlasten. Das war nicht gut, danach begannen Klein- und Ringfinger zu kribbeln.
Diese Woche habe ich das neurochirurgisch abklären lassen. Man hat mich an elektrische Leitungen angehängt und Strom gegeben. Ich war natürlich total kooperativ und habe brav entspannt. Der Arzt war sehr zufrieden. Die Finger sind brav hochgehüpft und ich konnte auf dem Monitor die Kurve beobachten.
Dann hat er noch die andere, gesunde Hand gegengeprüft. Klar, tat es mit der Zeit recht weh, aber ein ADS-ler kann ja abschalten und ist nicht wehleidig.
Aber auf einmal begann der Arzt zu fluchen und erzählte was von Irritationen. Erst da realisierte ich, dass ich begonnen hatte, auf den Stress innerlich zu vibrieren.
Ich versuchte mich wieder zu entspannen und erklärte ihm, dass ich halt ADS hätte.
Auch das ist etwas, was andere Menschen auch haben, aber ADS-ler halt eben öfters oder früher! Und auch das ist etwas, weswegen man dem Arzt die Diagnose mitteilen sollte.
Aber jetzt habe ich einen Beweis für meinen inneren Vulkan.
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