Donnerstag, 29. Januar 2015

Sind ADSler teamfähig?

Immer wenn man solche Fragen stellt gibt es beim ADHS keine Ja- oder Nein-Antwort.

Sucht man eine Person um ein Team zu ergänzen, dann muss man sich bei der Einstellung eines ADSlers eine andere Frage stellen.
Kann man die positiven Eigenschaften eines ADSlers brauchen?
Kann man die negativen Eigenschaften eines ADSlers kompensieren/verkraften?

Ein ADSler wird sich zwar gebührend anstrengen um in einem Team zu bestehen, aber er ist eigentlich ganz klar ein Troubleshooter!

Er kann gewisse Dinge, die Normalbürger nicht oder nur schlecht können sehr gut, hingegen gewisse Dinge, die Normalbürger sehr gut können nur bedingt.

Das kann man nun nutzen!

Wenn man einem ADSler nun also eine Arbeit geben möchte, dann am besten eine, die man selber nicht gerne macht oder nicht gut kann. Meist wird der ADSler besser damit fertig, als man es sich hätte träumen lassen.

Hingegen sollte man sich nicht wundern, wenn der ADSler eine einfach Routinearbeit immer schlechter ausführt.
Normalerweise lernen Menschen mit der Zeit etwas immer besser zu machen. Beim ADSler ist es, wie vieles andere auch, gleich umgekehrt. Zu Beginn wird der ADSler alles viel schneller und besser meistern als andere.
Ihn interessiert das Neue, das Andere, der Notfall! Da liegen seine Begabungen, da wird er auf einmal wach und kreativ!
Klar gibt es auch die ADSler, die vom Leben demotiviert eine neue Aufgabe gar nicht mehr angehen möchten und sich nichts zutrauen.

Kann nun also ein Team einen ADSler fördern, indem man ihm hie und wieder hilft seine Routinearbeiten (die dem Team ja ganz leicht fallen) zu erledigen und ihn darauf hinweist, falls er mal wieder in seinen Bemühungen nachlässt, dann wird er dafür das Team bei Spezialaufgaben äufs Aeusserste unterstützen und kann ungeahnte Kräfte/Kreativität/Interessen entwickeln.
Das sollte das Team nach Möglichkeit nutzen und nicht den ADSler mit Routinearbeiten kaltstellen.
Ich höre immer wieder: Du kannst das nicht.. dann musst du halt etwas machen, was eine Stufe leichter ist.
NEIN! es soll eine Stufe höher sein! Damit der ADSler seinen Hyperfokus aktivieren kann und zur Höchstform auflaufen.
Und jetzt genau nützt er jedem Team!

Ich möchte hiermit auch noch meinem aktuellen Team herzlich danken, denn seit ich mehr über mein ADS weiss, konnte ich dem Team das genauer erklären und ihnen genauere Anweisungen geben, wie sie mich unterstützen können und was sie von mir erwarten können. Seither kann ich viel effektiver arbeiten und mein Team wirklich gut unterstützen. Besonders der Umgangston ist von anklagend zu konstruktiv umgeschwenkt ;-)
Danke!

Kommentare:

  1. Du hast irgendwie ne ADHS-Brille auf. Kann das sein? Du siehst überall nur ADHS ADHS ADHS ;) Klingt irgendwie sektenmäßig find ich^^

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  2. Klar Matthias. Ist ja auch mein Thema.
    Sicher sehe ich auch Menschen ohne ADS, ist ja logisch, dass man auch einen Kontrast erkennen sollte. Erst wenn man mehr über ADS weiss kann man erkennen ob jemand das hat oder nicht. Und mich interessiert eben der erwachsene Mensch im Alltag, im Berufsleben (so er noch eins hat mit seinem ADS *seufz).

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