Freitag, 25. Oktober 2013

Die neue Höflichkeit

Früher war noch alles anders... früher gabs doch noch kein ADS..  oder?

Wie ist die neue Höflichkeit? Man getraut sich nicht mehr etwas zu bemängeln/bemerken aus Angst es würde als Kritik aufgefasst werden, oder man könnte aufgefordert werden es dann gleich selber zu ändern.
Fazit: es wird nichts getan oder wenn ja, dann wird eine Fachkraft herbeigezogen.

Ich habe mich eben an eine signifikante Begebenheit erinnert.

Als meine Mutter frisch verheiratet war hat sich mein Grossvater väterlicherseits zum Besuch angemeldet. Das war ca. 1955 zu Weihnachten.
Sie hatte wohl einen Braten zubereitet oder einen Kuchen gebacken.
Jedenfalls marschierte mein Grossvater (ADS der extrovertierten Art) in die Küche, öffnete den Backofen und bemängelte die Sauberkeit - ich meine mich zu erinnern, dass sie voller Frust erzählte, er hätte auch gleich geputzt.

Dann vor einem Jahr lud ich meine Familie ein und wir sassen im Garten. Da war mein Feigenbaum, der im Winter davor erfror und ich musste anerkennen, dass er wohl zum grössten Teil trocken bleiben würde und nicht mehr ausschlägt.
Mein Vater (ADS der stilleren Art) fragte mich, ob ich nicht eine Säge hätte, er würde den Baum gleich umsägen für mich.

Und ich? Ja, bis vor kurzem habe auch ich jeweils Kritik geübt, später was in die Hand genommen und verbessert - heute gucke ich es erschreckt an, wende mich um, lobe den schönen Kuchen und erzähle erst später, wenn das Gespräch aufs Putzen kommt (was ja in jedem Kaffeerundengespräch erfahrungsgemäss durchgehechelt werden muss), dass ich letzthin ein super Putzmittel für Backöfen gefunden hätte und wie zufrieden ich damit sei. *lächel

Montag, 3. Juni 2013

ADS - Einfach nur etwas die Zähne zusammenbeissen?

Die letzten Tage habe ich mich mit einigen Menschen über ADS unterhalten. Dabei fiel der Spruch: Man muss halt nur etwas die Zähne zusammenbeissen können.
Gestern abend beim Zähne putzen fiel mir dazu eine alte Geschichte ein:

In der Pubertät machte ich natürlich auch nicht gerne was meine Mutter sagte, besonders nicht Zähne putzen. Aber ich begann so mit 8 Jahren mich mit Essen, besonders mit Süssem von meinen Problemen abzulenken. Fazit: Als ich ca. 20 war hatte ich viele Löcher in den Zähnen, die auch ordnungsgemäss geflickt waren.

Mit 22 traf ich auf einen Zahnarzt, der meinte, das sähe aber gar nicht gut aus und ich solle das böse Amalgam doch auf weisse Füllungen wechseln. OK, meine Mutter, die sehr auf gutes Aussehen achtete, war bereit mir das zu bezahlen.

Mit 24 hatte ich also alles hübsche weisse Füllungen im Mund. Und ab da begann das Uebel. Jedes Jahr zerbiss ich 1-2 dieser Füllungen. Zähne splitterten, Füllungen brachen aus, Füllungen nutzten sich bis tief unten ab.

Gegen 30 hatte ich einen neuen Zahnarzt, der mir eröffnete, dass ich "chafle", was soviel hiess, dass ich im Schlaf beisse und kleine Kaubewegungen mache. Und dass inzwischen mein Gebiss wieder völlig kaputt wäre und alle weissen Füllungen entfernt werden müssten und alles mit Amalgam aufgefüllt werden müsste, weil das härter wäre. Mutter bezahlte noch einmal.

Viele Zähne waren durch die 3-4malige Behandlung stark geschwächt und es gab Ueberkronungen oder Teilaufbauten. Ein Zahn musste auch gezogen werden, weil ich einmal eine Nuss damit knackte und der geschwächte Zahn bis tief zur Wurzel hin abbrach.

Irgendwann begann ich mich mit der Ursache zu befassen. Ich realisierte, dass ich in der Nacht ein Problem verarbeitete und mich ich wahrsten Sinne des Wortes "durchbiss".
Aber zuerst verpasste mir der Zahnarzt eine Kauschiene. Weil nämlich auch die Gelenke darunter litten. Und das gäbe Kopfweh und mit der Zeit Arthrose!

Anfang 40 habe ich dann eine Kinesiologin gefunden, die mir einige meiner Probleme behandeln konnte und seither denke ich, dass es mit den Zähnen besser ging. Auch seit der Kauschiene.

Also, liebe ADSler, die denken, man könne sich einfach nur mit etwas Zähne zusammenbeissen durchs Leben schlagen - es geht kommt teuer!!!! Und liebe Stiefmama.. es kommt wirklich teuer, auch wenn es nicht du warst, die das bezahlen musste.


Mittwoch, 15. Mai 2013

Welches mph? (Medikament bei ADS)

Welches mph soll man nehmen?

In den Zeitungen wird immer von Ritalin geschrieben. Dabei wird das unretardierte Ritalin nur noch zur Dosismessung verwendet und in seltenen Fällen als Zusatzmedikation oder wenn man andere Medikamente nicht verträgt (mein persönlicher Wissensstand). Und manchmal als Einschlafhilfe, damit das Gedankenkarussell im Hirn aufhört.

In der Schweiz wird am Häufigsten Concerta verschrieben, welches 8-10 Stunden wirken soll.
In Deutschland wird Medikinet verschrieben, welches meines Wissens (ich habe es selber nie ausprobiert) 6-8 Stunden wirken soll.
Dies sind retardierte Medikamente, also verzögert abgegebene Medikation.
In den USA und auch hier zum Teil wird Ritalin LA abgegeben, welches auch über längere Zeit wirkt.

Neu kommen jetzt andere Medikamente auf den Markt.

Wo liegt die Problematik?

Sie liegt meines Wissens in der Trägersubstanz vom mph. Wenn man die schlecht verträgt sollte man auf ein anderes Medikament wechseln. Ev. verträgt man dort die Trägersubstanz besser.

Eine weitere Problematik liegt darin, dass 1 Retard-Medikament nicht ausreicht um einen durch den Tag zu bringen. So nehmen viele 2 bis anscheinend sogar 3x eine Dosis ein.
Die Aerzte empfehlen jedoch lieber mit unretardiertem Ritalin weiterzumachen, wenn die Wirkung des Retard-Produktes aufhört.

Warum gibt es kein länger wirkenden Mittel?
Warum gibt es keine besser Abfolge, die besser verträglich wäre oder die stabiler wäre?

Warum nimmt man in D Medikinet, welches meines Wissens, vor allem von dem was ich so gehört habe, nicht so gut ist wie Concerta?
Ich habe nie Zyklen gemerkt beim Concerta, ausser dass ich um 15 Uhr eine zweite Dosis nachschieben muss, wenn ich nicht um 17:30 Probleme haben will. Oder dann mit unretardiertem Ritalin diese Probleme (Müdigkeit, Schlappheit, Ueberfordertheit) auffangen, was aber bedeutend unangenehmer ist.

Warum nimmt man überhaupt mph als Erwachsener? Diese Frage habe ich in diesem Blog schon einige Male beantwortet. Aber sie passt hier nochmals rein.

Weil mein Hirn ein Anrecht hat auf volle Funktion!
Weil meine Arbeit volle Funktion verlangt.
Weil mein Arbeitgeber/meine Kunden volle Funktion verlangen.
Weil es Spass macht über seine vollen Kräfte zu verfügen.

Warum nimmt der Normalmensch kein mph? Weil man ein Glas nicht höher einfüllen kann als voll.

Mittwoch, 13. März 2013

Coaching? Meine Art etwas zu erreichen...

Nun bin ich ja nicht du/Sie und man kann nicht immer alles von dem einen auf den anderen übertragen.
Aber ich bin im Leben doch recht erfolgreich gewesen und möchte euch nun meine Methode erzählen.
Ob sie auch für euch stimmt bleibt dahingestellt und sollte von jedem geprüft werden.

Ich habe nicht immer alles auf Anhieb bekommen/erreicht.
Hat es nicht funktioniert, dann habe ich das so gemacht:
Bin einfach eine Stufe zurückgegangen und habe neu begonnen. Mit vollem Elan und voller Energie.

Habe zum Beispiel das Gymnasium nicht geschafft. Dann also eine Lehre. Da war ich zwar gnadenlos unterfordert, aber ich habe sie problemlos geschafft.
Dann noch eine Zusatzlehre zur Erweiterung. Und schon war ich eine begehrte Arbeitskraft. Klar haben die Chefs nach kurzer Zeit gemerkt, dass mit mir etwas nicht stimmte und sich gewundert/geärgert. Das mit dem ADS habe ich erst mit 53 Jahren herausgefunden und seither gehts natürlich viel besser.

Dann habe ich mich aber weiterentwickelt. Erste Computerkenntnisse erworben an der Volkshochschule im 1978. Da war es noch wichtig beim Programmieren keine Fehler zu machen. Jeder Leerschlag zuviel oder zuwenig brachte das Programm zum Abstürzen.
Ich war verzweifelt, habe aber wenige Jahre später einen der ersten PC's gekauft.
Und wieder konnte ich damit nicht wirklich etwas anfangen. Also weiter gewartet. Und ich hasse Warten!!! Wer aber eine Stufe zurückgeht, der muss nicht wirklich warten.

Dann kam das Internet und die visuelle Oberfläche. Endlich konnte ich aufdrehen. Heute bin ich selbständig in Computerschulung. Denn ich habe jeden Fehler gemacht, den man nur machen konnte. Aber ich lernte schnell und so erkenne ich heute bei meinen Schülern sofort was das Problem ist.
Aus meiner Lehrzeit habe ich die Vorliebe für Senioren mitgebracht. Also unterrichte ich jetzt speziell Senioren am PC. Meine HSP (Sensibilität) hilft mir da besonders, ich erkenne sofort Schwächen und Stärken der Leute und kann das gezielt einbringen.

Auch sonst habe ich es so gehalten. Habe ich das Erwünschte nicht erhalten, dann einfach eine Stufe tiefer gehen. Oder noch eine Stufe tiefer gehen. Bis es funktioniert. Und dann wieder Stufe um Stufe nach oben.

Viele ADSler haben die Tendenz zu sagen: Ach ich bin halt so dumm.
Vermutlich eingeredet von den Eltern/Lehrern. Denn diese Personen sind alles andere als dumm.
Diese Verzweiflung hatte ich nie. Darf ich euch bitten, euch das abzugewöhnen? Vor allem diesen Spruch.
Bleibt kreativ und geht eine Stufe tiefer und ihr werdet Erfolg haben! Egal in was....
Besonders, wenn die neue Stufe in euren Hyperfokus passt.

Montag, 11. März 2013

Coaching - Aufgaben aufteilen - Steuererklärung

Gerade dieser Tage wird wieder überall in der Schweiz an der Steuererklärung gearbeitet.

Wer sein Büro so organisiert hat, wie ich das mal in einigen Coachings empfohlen habe, der hat jetzt kein Problem und alle Papiere gleich zur Hand.
http://adhs-blog.blogspot.ch/2012/01/coaching-1.html

Wer das nicht so gemacht hat - ob er ADS hat oder nicht - der wird jetzt zu suchen beginnen und sich meistens ärgern.

Denn für die meisten Menschen ist die Steuererklärung ein Riesenberg, den sie fürchten zu bezwingen.

Wenn wir aber die Aufgaben aufteilen, dann kommt der innere Schweinehund und will natürlich nur die kleinsten Aufgaben machen, bzw. diese zuerst.

Also einfach.. wir teilen ein Monsterwerk in hübsche kleine Häppchen auf und machen das Kleinste zuerst *lach.

Was heisst: Wir suchen den Lohnausweis und legen ihn in das geöffnete Couvert von der Steuererklärung.

Wer Mut hat, der sucht sich auch gleich die Bankbelege hervor. Da steht unten in den Belegen vom Monat Dezember meist ein kleiner Satz: Bitte für die Steuererklärung aufbewahren.

Dann holen wir die alte Steuererklärung (oder drucken sie aus, falls noch im Computer vorhanden).

Beim nächsten Arbeitsschub beginnen wir mit der neuen Steuererklärung - am besten am Computer laden.
Suchwörter bei Google: Steuererklärung und Kantonsname.

Zuerst geben wir mal ein was wir wissen oder was im letzten Jahr gleich war.
Hat sich was geändert, dann passen wirs an.

Hat sich viel geändert habe ich für mich selber jeweils die Chicken-Lösung gewählt, was heisst, ich ging zu einem Berater.

Dann wieder kopieren und anpassen.

Eigentlich ist sie jetzt schon fast gemacht, die Steuererklärung.
ADSler überschlafen jetzt die Arbeit und kontrollieren erst am nächsten Tag.

Nochmals kontrollieren ob alle Belege beigelegt sind und die Zahlen in etwa mit dem letzten Jahr übereinstimmen. Falls nicht, jemanden beiziehen oder die Hilfe nachlesen.

Und jetzt meine Coachings zum Thema Büro aufräumen nachlesen und sich die Arbeit danach einteilen, dann gehts das nächste Jahr viel einfacher.
Versprochen ;-)



Donnerstag, 7. März 2013

Rache - tot stellen

Die Rache ist nicht für die ADSler gedacht.
JA!!!!

Denn ihr seid am kürzeren Hebel. Auch wenn ihr natürlich im Recht seid. Das bezweifle ich nicht.

Meist sind die ADSler im Recht, ausser sie haben was wegen dem Kurzzeitgedächtnis vergessen.
Aber das gibt euch nicht das Recht auf Rache oder eine Gerichtsverhandlung.
(Wir reden jetzt hier nicht von Ungerechtigkeiten, die man mal schnell mit/in einem Hyperfokus wieder gerade biegen kann - das soll man natürlich tun! Sondern davon, dass man ev. eine alte Ungerechtigkeit bei einer neuen Situation jetzt endlich rächen will, weil man denkt, jetzt schaffe ich es, jetzt passiert mir das nicht mehr wieder.)

Eine Gerichtsverhandlung kann sich nur leisten, wer entweder viel Geld hat, einen äusserst triftigen Grund oder eine starke Person neben sich.

Ich habe das einmal durchgezogen und nach einem Selbstversuch dann einen Anwalt beschäftigen müssen. Dann hats geklappt.
Aber eine Freundin von mir hats wegen 3 Kleinigkeiten (klar, in ihren Augen waren das schwerwiegende Fälle) versucht. Sie hats nicht geschafft. Auch wenn sie natürlich recht hatte.
Aber wenn ein Fall nicht von vornhinein klar ist, dann lasst lieber die Finger davon.
Ihr beklagt einen Arztfehler? NICHT klagen.. keine Chance.
Ihr beklagt ein Vermieter-Problem? Nicht klagen.
Ihr beklagt eine Belästigung? Keine Chance.

Auch wenn natürlich die Sachlage völlig klar ist.

Nur... die Gegenpartei hat auch ihre Möglichkeiten und die reichen weiter als eure.

Meine Bekannte hatte danach einen schweren Zusammenbruch. Sie dachte, endlich einmal in ihrem Leben könne sie ihr Recht einfordern.

Sie hatte keine Chance.

Mein Tipp:
Stellt euch tot!
Egal was euch passiert und unangenehm ist (bei mir oft die Warterei - besonders im Wartezimmer eines Arztes oder auf ÖV). Wehren ist in den meisten Fällten sinnlos. Stellt euch tot und wartet ab bis die Sache vorbei ist. Faust im Sack machen.
Das tönt jetzt fatalistisch. Aber ein ADSler ist kein Mensch, der mit "verbogener" Gerechtigkeit umgehen kann. Es tut ihm gar nicht gut. Es braucht so viele Ressourcen, so viel Kraft, dass es sich meist nicht lohnt.

Und wir begegnen vielen Ungerechtigkeiten! Viel mehr als andere Menschen. Oder sehen wir sie nur genauer?

Schubladen

Als ich angefangen habe mich mit ADS, HB, HSP und Narzissmus zu beschäftigen hat man mir oft gesagt: Du teilst Menschen in Schubladen ein!

Heute weiss ich, dass das vor allem narzisstisch denkende Menschen sind. Denn für sie gelten keine Schubladen, für sie gilt nur das was sie wollen oder denken. Sie machen immerhin einen Drittel der Menschheit aus in heutigen Tagen (habe ich irgendwo gelesen). OK, wohl nicht die reinen Narzissten, aber die mit narzisstischen Tendenzen, Symptomen.

Aber für alle anderen, besonders für ADSler, ist es hilfreich zuerst mal seine verschiedenen Stärken, Schwächen und Probleme in Schubladen zu sortieren.
Erst wenn man sich selber versteht, kann man den Unterschied zu anderen besser verstehen.
Später kann man dann locker ohne Schubladen durchs Leben.  Bzw. man erinnert sich vielleicht in einem Gespräch an eine Floskel und realisiert: aha, der gehört in jene Schublade.

Es lohnt sich auch, sich mit anderen "Schubladen", die einem gar nicht betreffen, zu beschäftigen.
So habe ich mich mit Autismus/Asperger und Borderline beschäftigt.

Und ganz zufälligerweise bin ich damals auch an den Narzissmus geraten. Das hat mir die Augen enorm geöffnet!
Schon gut, wenn ich weiss wie ich funktioniere, aber fast noch wichtiger ist zu wissen, wie mein Gegenüber funktioniert. Jedenfalls für mich.

Jetzt weiss ich wo ich mal "zutraulich" werden darf und wo ich besser den Mund halte.
Das schützt vor Verletzungen. (Bin ja HSP, also hypersensibel).
Aber als ADSler ist es oftmals schwierig sich zurückzuhalten, seine Rede zu dosieren.

Denkt daran, wir reden jetzt hier nicht von kleinen Kindern in diesem Blog, sondern von älteren, erwachsenen Menschen, die in der Gesellschaft recht gut funktionieren.

Und die dann frustriert von einem Gespräch nach Hause gehen mit dem Bewusstsein mal wieder versagt zu haben. Mal wieder das Falsche gesagt zu haben.

Deshalb sind die Schubladen wichtig! Und lasst euch die nur nicht ausreden. Wenn das Gegenüber keine Schubladen akzeptiert, dann seid auf der Hut. Gerade mit diesen Personen solltet ihr äusserste Vorsicht walten lassen.
Es gibt so kleine Hilfen, an denen man Gesprächspartner erkennt, die euch nicht gut tun.
- Wenn sich das Gegenüber nicht mehr an etwas erinnert, was euch wichtig war
- Wenn pauschal etwas abgelehnt wird, was ihr länger überdacht habt
- Wenn ihr jemanden mit einer Floskel glücklich machen könnt
- Wenn jemand das toll findet, was alle anderen toll finden (aber nicht wirklich weiss was er selber will)

Es kann sein, dass ihr mit solchen Gesprächspartnern als ADSler (ev. mit HSP) nicht ausführlicher reden sollt.

Was mich zum 2. Post bringt, der Rache.

Freitag, 1. Februar 2013

Suche den Beruf den du liebst, und du musst nie wieder arbeiten!

Edit: 16.8.2013

Ich habe den Spruch super gefunden, aber irgendwie hat er immer etwas an mir genagt. Heute fand ich eine Antwort.

Da ADSler gerne neue Reize haben kann wohl nur ein Beruf, der diese auch bietet immer wieder Spass machen. Und leider gibt es wohl keinen Beruf, der mit der Zeit nicht zur Routine wird oder genau dann Reize bringt, wenn man eigentlich mal gerne Ruhe hätte.

Ich musste feststellen, dass selbst mein Lieblingsberuf hie und wieder nervt oder langweilig wird. Aber da ich eine interessierte Lebenseinstellung habe finde ich doch immer schnell wieder zur Faszination zurück und kann mich in das was ich tue hineinsteigern.

Nur wenn ich mal in einem absoluten Hypofokus bin wird das was ich mache zur Qual. Dann aber richtig.
Dazu gehören angefangene Arbeiten, die ich nicht mehr fertig machen mag. Inzwischen trenne ich mich von diesen Arbeiten mit mehr Mut: Angefangene Strickarbeiten, Bastelarbeiten usw.
Das leert Schränke und macht wieder Mut für Neues. Packen wirs an......


Mittwoch, 23. Januar 2013

Eifersucht auf Hyperfokus

Ja, der Hyperfokus!

Jeder meint ich sei süchtig, wenn ich mal wieder einen Hyperfokus habe. Dabei verstehen sie das einfach nicht. Der Hyperfokus kommt und geht. Meist wie angeworfen.
Den einen Tag ist er da und eines Tages ist er wieder weg und ich schau das nicht mehr an was damals meinen Tag und mein Denken völlig ausfüllte.
Die einen meinen, es sei eher das nicht Abstellen können, die anderen meinen es sei eine Sucht.
Ich meine eher es ist einfach etwas Wunderschönes, wenn ich mal wieder einen Hyperfokus gefunden habe und darin schwelgen kann.
In den letzten 2-3 Jahren habe ich viel an mir gearbeitet, bin fast ganz "normal" geworden *lach. Aber meinen Hyperfokus lasse ich mir nie und nicht wegnehmen!

Also bin ich eher dabei Strategien zu entwickeln um mit den "Eiersüffigen" umzugehen zu lernen. Was muss ich sagen und tun, damit sie mich lassen... wie kann ich mein "Tun" verschleiern? Wann soll und darf ich mich auf die Hinterbeine stellen und einfach sagen: Lasst mich doch, das tut euch doch nicht weh und geht euch schlussendlich einen Dreck an. OK, ich weiss, dass meine Freude dort endet wo es dem anderen wirklich weh tut, denn sonst ist es Egoismus.

Aber, es ist so schön einen Hyperfokus zu haben!

Montag, 14. Januar 2013

Coaching - Waschen

Nun, hier kann ich nichts Weltbewegendes veröffentlichen, aber mal meine gesammelten Werke *lach

Als ich noch in einer Mietwohnung wohnte, hat es sich schnell herausgestellt, dass der Waschtag eines der grossen Probleme war. Es war schwierig für mich immer pünktlich an der Maschine zu stehen, ja sogar mir den Waschtag zu merken. Der war abwechselnd alle 2.5 oder 3.5 Wochen. Also nicht einmal regelmässig.

Dann musste man eben immer auf Zack sein und sofort aufhängen gehen, damit man durchkam. Wenn man nur alle 3 Wochen waschen kann heisst das auch entsprechend viel Kleidung zu kaufen, in Schränken unterzubringen und zu verwalten!

Fazit: Ich habe mir dann eine Etagenwaschmaschine gekauft, als Sohnemann in die Windeln kam und das auch nie bereut.
Die Nachbarn hatten auch immer was zu meckern. Entweder war die Maschine nicht sauber genug oder sie verdächtigten mich ihre Socken zu klauen.
Als ich aus dieser Wohnung auszog hatte ich 2 Einkaufstüten voller einzelner Socken! Die Waschmaschine ernährte sich anscheinend davon. ;-)

Als ich dann mein Haus bezog kaufte ich gleich die beste Maschine auf dem Markt (langlebig und robust) und sie hielt auch über 20 Jahre!
Ich hänge die Wäsche gerne auf, habe also keinen Tumbler. Denn ich hasse das Bügeln und finde es auch völlig unnötig. Mal für eine Sommerbluse oder ein Kleid ja, Mann braucht Gott sei Dank keine gebügelten Hemden. Wer tumblern muss, der mache das auf bügelfeucht, lieber feuchter, - ev. kann man sie in der Wohnung auf einem Trocknungsständer sauber aufhängen und so faltenfrei nachtrocknen?

In meinem Haus hat es enge, gewinkelte Treppen. Als ich 2x die Treppe runterfiel mit dem Waschkorb im Arm, habe ich angefangen die Kleidung in Kopfkissenanzüge zu stecken und sie die Treppe runterzuwerfen. Man kann sich auch eine IKEA-Tasche füllen und übern Rücken hängen (die Dinger kosten wenige Cents!).

In der Waschküche habe ich aktuell 3 Bananenkisten. Man kann aber eben auch die IKEA-Tüten verwenden. In der einen Kiste ist die Heisswäsche, in den anderen 2 sind Hell- und Dunkelwäsche für nicht heiss. (Eigentlich habe ich mit der neuen Maschine noch eine weitere Kiste aufstellen können, wo Wollwäsche drin ist).

Heisswäsche: 
Die wasche ich mit 60°, wenn ich eine Blasenentzündung habe auch mal mit 90° (dann aber sortiert, nur das was weiss ist oder wirklich mal wieder heiss gewaschen gehört). Da verwende ich Total, das ist ein Produkt aus Migros, das nimmt den Geruch und ist ein Vollwaschmittel, aber es stinkt nicht nach Parfüm.

Farbwäsche:
Die wasche ich mit 40°, das sei am besten für die Umwelt und die Wäsche. Keine Ahnung obs stimmt, aber bis jetzt ists ok. Da verwende ich Color-Waschmittel, die von 30-60° angeschrieben sind. Das sei auch besser als die Vollwaschmittel.

Wollwäsche:
Früher von Hand, heute mit der neuen Maschine kann ich das entsprechende Programm wählen. Hier verwende ich ein spezielles Wollwaschmittel. Vorsicht: hier darf man nur wenig einfüllen, knapp die Hälfte wie mit dem normalen Waschgang!

Aufhängen:
Ich schlage die Kleidungsstücke zuerst aus, dann hänge ich sie sorgfältig über die Leine. Klammern verwende ich nur draussen wo's windet.

Beim Abhängen lege ich die Stücke über einen kleinen Tisch - so kann ich sie dann schön glatt aufnehmen und hochtransportieren.
Oben falte ich alles hübsch zusammen, aber ich schüttle/schlage die Stücke noch einmal aus, so sind sie wie gebügelt.

Socken:
Aus meinen Erfahrungen in der Wohnung habe ich gelernt nur noch Socken einer Sorte zu kaufen. Wenn mein Mann Socken möchte, bekommt er gleich 20 Paar der gleichen Sorte und Farbe. Fehlt mal einer, dann ists egal, ist einer kaputt auch. Hat man einen guten Durchlauf/Durchmischung und ist die Waschmaschine einigermassen gnädig, dann halten diese Socken viele Jahre.
Auch für mich kaufe ich immer mind. 5-10 Paar der gleichen Sorte. Besonders, da die Geschäfte die schon morgen nicht mehr führen. Allerdings ist es schlicht unmöglich in einem Warenhaus/Migros Socken für Frauen in grösseren Mengen als 5 Paar einzukaufen, es hängen nicht genügend am Haken. Und welche ADSlerin schafft es innert nützlicher Frist da noch einmal nachzusehen und nachzukaufen? *lach