Mittwoch, 13. März 2013

Coaching? Meine Art etwas zu erreichen...

Nun bin ich ja nicht du/Sie und man kann nicht immer alles von dem einen auf den anderen übertragen.
Aber ich bin im Leben doch recht erfolgreich gewesen und möchte euch nun meine Methode erzählen.
Ob sie auch für euch stimmt bleibt dahingestellt und sollte von jedem geprüft werden.

Ich habe nicht immer alles auf Anhieb bekommen/erreicht.
Hat es nicht funktioniert, dann habe ich das so gemacht:
Bin einfach eine Stufe zurückgegangen und habe neu begonnen. Mit vollem Elan und voller Energie.

Habe zum Beispiel das Gymnasium nicht geschafft. Dann also eine Lehre. Da war ich zwar gnadenlos unterfordert, aber ich habe sie problemlos geschafft.
Dann noch eine Zusatzlehre zur Erweiterung. Und schon war ich eine begehrte Arbeitskraft. Klar haben die Chefs nach kurzer Zeit gemerkt, dass mit mir etwas nicht stimmte und sich gewundert/geärgert. Das mit dem ADS habe ich erst mit 53 Jahren herausgefunden und seither gehts natürlich viel besser.

Dann habe ich mich aber weiterentwickelt. Erste Computerkenntnisse erworben an der Volkshochschule im 1978. Da war es noch wichtig beim Programmieren keine Fehler zu machen. Jeder Leerschlag zuviel oder zuwenig brachte das Programm zum Abstürzen.
Ich war verzweifelt, habe aber wenige Jahre später einen der ersten PC's gekauft.
Und wieder konnte ich damit nicht wirklich etwas anfangen. Also weiter gewartet. Und ich hasse Warten!!! Wer aber eine Stufe zurückgeht, der muss nicht wirklich warten.

Dann kam das Internet und die visuelle Oberfläche. Endlich konnte ich aufdrehen. Heute bin ich selbständig in Computerschulung. Denn ich habe jeden Fehler gemacht, den man nur machen konnte. Aber ich lernte schnell und so erkenne ich heute bei meinen Schülern sofort was das Problem ist.
Aus meiner Lehrzeit habe ich die Vorliebe für Senioren mitgebracht. Also unterrichte ich jetzt speziell Senioren am PC. Meine HSP (Sensibilität) hilft mir da besonders, ich erkenne sofort Schwächen und Stärken der Leute und kann das gezielt einbringen.

Auch sonst habe ich es so gehalten. Habe ich das Erwünschte nicht erhalten, dann einfach eine Stufe tiefer gehen. Oder noch eine Stufe tiefer gehen. Bis es funktioniert. Und dann wieder Stufe um Stufe nach oben.

Viele ADSler haben die Tendenz zu sagen: Ach ich bin halt so dumm.
Vermutlich eingeredet von den Eltern/Lehrern. Denn diese Personen sind alles andere als dumm.
Diese Verzweiflung hatte ich nie. Darf ich euch bitten, euch das abzugewöhnen? Vor allem diesen Spruch.
Bleibt kreativ und geht eine Stufe tiefer und ihr werdet Erfolg haben! Egal in was....
Besonders, wenn die neue Stufe in euren Hyperfokus passt.

Montag, 11. März 2013

Coaching - Aufgaben aufteilen - Steuererklärung

Gerade dieser Tage wird wieder überall in der Schweiz an der Steuererklärung gearbeitet.

Wer sein Büro so organisiert hat, wie ich das mal in einigen Coachings empfohlen habe, der hat jetzt kein Problem und alle Papiere gleich zur Hand.
http://adhs-blog.blogspot.ch/2012/01/coaching-1.html

Wer das nicht so gemacht hat - ob er ADS hat oder nicht - der wird jetzt zu suchen beginnen und sich meistens ärgern.

Denn für die meisten Menschen ist die Steuererklärung ein Riesenberg, den sie fürchten zu bezwingen.

Wenn wir aber die Aufgaben aufteilen, dann kommt der innere Schweinehund und will natürlich nur die kleinsten Aufgaben machen, bzw. diese zuerst.

Also einfach.. wir teilen ein Monsterwerk in hübsche kleine Häppchen auf und machen das Kleinste zuerst *lach.

Was heisst: Wir suchen den Lohnausweis und legen ihn in das geöffnete Couvert von der Steuererklärung.

Wer Mut hat, der sucht sich auch gleich die Bankbelege hervor. Da steht unten in den Belegen vom Monat Dezember meist ein kleiner Satz: Bitte für die Steuererklärung aufbewahren.

Dann holen wir die alte Steuererklärung (oder drucken sie aus, falls noch im Computer vorhanden).

Beim nächsten Arbeitsschub beginnen wir mit der neuen Steuererklärung - am besten am Computer laden.
Suchwörter bei Google: Steuererklärung und Kantonsname.

Zuerst geben wir mal ein was wir wissen oder was im letzten Jahr gleich war.
Hat sich was geändert, dann passen wirs an.

Hat sich viel geändert habe ich für mich selber jeweils die Chicken-Lösung gewählt, was heisst, ich ging zu einem Berater.

Dann wieder kopieren und anpassen.

Eigentlich ist sie jetzt schon fast gemacht, die Steuererklärung.
ADSler überschlafen jetzt die Arbeit und kontrollieren erst am nächsten Tag.

Nochmals kontrollieren ob alle Belege beigelegt sind und die Zahlen in etwa mit dem letzten Jahr übereinstimmen. Falls nicht, jemanden beiziehen oder die Hilfe nachlesen.

Und jetzt meine Coachings zum Thema Büro aufräumen nachlesen und sich die Arbeit danach einteilen, dann gehts das nächste Jahr viel einfacher.
Versprochen ;-)



Donnerstag, 7. März 2013

Rache - tot stellen

Die Rache ist nicht für die ADSler gedacht.
JA!!!!

Denn ihr seid am kürzeren Hebel. Auch wenn ihr natürlich im Recht seid. Das bezweifle ich nicht.

Meist sind die ADSler im Recht, ausser sie haben was wegen dem Kurzzeitgedächtnis vergessen.
Aber das gibt euch nicht das Recht auf Rache oder eine Gerichtsverhandlung.
(Wir reden jetzt hier nicht von Ungerechtigkeiten, die man mal schnell mit/in einem Hyperfokus wieder gerade biegen kann - das soll man natürlich tun! Sondern davon, dass man ev. eine alte Ungerechtigkeit bei einer neuen Situation jetzt endlich rächen will, weil man denkt, jetzt schaffe ich es, jetzt passiert mir das nicht mehr wieder.)

Eine Gerichtsverhandlung kann sich nur leisten, wer entweder viel Geld hat, einen äusserst triftigen Grund oder eine starke Person neben sich.

Ich habe das einmal durchgezogen und nach einem Selbstversuch dann einen Anwalt beschäftigen müssen. Dann hats geklappt.
Aber eine Freundin von mir hats wegen 3 Kleinigkeiten (klar, in ihren Augen waren das schwerwiegende Fälle) versucht. Sie hats nicht geschafft. Auch wenn sie natürlich recht hatte.
Aber wenn ein Fall nicht von vornhinein klar ist, dann lasst lieber die Finger davon.
Ihr beklagt einen Arztfehler? NICHT klagen.. keine Chance.
Ihr beklagt ein Vermieter-Problem? Nicht klagen.
Ihr beklagt eine Belästigung? Keine Chance.

Auch wenn natürlich die Sachlage völlig klar ist.

Nur... die Gegenpartei hat auch ihre Möglichkeiten und die reichen weiter als eure.

Meine Bekannte hatte danach einen schweren Zusammenbruch. Sie dachte, endlich einmal in ihrem Leben könne sie ihr Recht einfordern.

Sie hatte keine Chance.

Mein Tipp:
Stellt euch tot!
Egal was euch passiert und unangenehm ist (bei mir oft die Warterei - besonders im Wartezimmer eines Arztes oder auf ÖV). Wehren ist in den meisten Fällten sinnlos. Stellt euch tot und wartet ab bis die Sache vorbei ist. Faust im Sack machen.
Das tönt jetzt fatalistisch. Aber ein ADSler ist kein Mensch, der mit "verbogener" Gerechtigkeit umgehen kann. Es tut ihm gar nicht gut. Es braucht so viele Ressourcen, so viel Kraft, dass es sich meist nicht lohnt.

Und wir begegnen vielen Ungerechtigkeiten! Viel mehr als andere Menschen. Oder sehen wir sie nur genauer?

Schubladen

Als ich angefangen habe mich mit ADS, HB, HSP und Narzissmus zu beschäftigen hat man mir oft gesagt: Du teilst Menschen in Schubladen ein!

Heute weiss ich, dass das vor allem narzisstisch denkende Menschen sind. Denn für sie gelten keine Schubladen, für sie gilt nur das was sie wollen oder denken. Sie machen immerhin einen Drittel der Menschheit aus in heutigen Tagen (habe ich irgendwo gelesen). OK, wohl nicht die reinen Narzissten, aber die mit narzisstischen Tendenzen, Symptomen.

Aber für alle anderen, besonders für ADSler, ist es hilfreich zuerst mal seine verschiedenen Stärken, Schwächen und Probleme in Schubladen zu sortieren.
Erst wenn man sich selber versteht, kann man den Unterschied zu anderen besser verstehen.
Später kann man dann locker ohne Schubladen durchs Leben.  Bzw. man erinnert sich vielleicht in einem Gespräch an eine Floskel und realisiert: aha, der gehört in jene Schublade.

Es lohnt sich auch, sich mit anderen "Schubladen", die einem gar nicht betreffen, zu beschäftigen.
So habe ich mich mit Autismus/Asperger und Borderline beschäftigt.

Und ganz zufälligerweise bin ich damals auch an den Narzissmus geraten. Das hat mir die Augen enorm geöffnet!
Schon gut, wenn ich weiss wie ich funktioniere, aber fast noch wichtiger ist zu wissen, wie mein Gegenüber funktioniert. Jedenfalls für mich.

Jetzt weiss ich wo ich mal "zutraulich" werden darf und wo ich besser den Mund halte.
Das schützt vor Verletzungen. (Bin ja HSP, also hypersensibel).
Aber als ADSler ist es oftmals schwierig sich zurückzuhalten, seine Rede zu dosieren.

Denkt daran, wir reden jetzt hier nicht von kleinen Kindern in diesem Blog, sondern von älteren, erwachsenen Menschen, die in der Gesellschaft recht gut funktionieren.

Und die dann frustriert von einem Gespräch nach Hause gehen mit dem Bewusstsein mal wieder versagt zu haben. Mal wieder das Falsche gesagt zu haben.

Deshalb sind die Schubladen wichtig! Und lasst euch die nur nicht ausreden. Wenn das Gegenüber keine Schubladen akzeptiert, dann seid auf der Hut. Gerade mit diesen Personen solltet ihr äusserste Vorsicht walten lassen.
Es gibt so kleine Hilfen, an denen man Gesprächspartner erkennt, die euch nicht gut tun.
- Wenn sich das Gegenüber nicht mehr an etwas erinnert, was euch wichtig war
- Wenn pauschal etwas abgelehnt wird, was ihr länger überdacht habt
- Wenn ihr jemanden mit einer Floskel glücklich machen könnt
- Wenn jemand das toll findet, was alle anderen toll finden (aber nicht wirklich weiss was er selber will)

Es kann sein, dass ihr mit solchen Gesprächspartnern als ADSler (ev. mit HSP) nicht ausführlicher reden sollt.

Was mich zum 2. Post bringt, der Rache.

Freitag, 1. Februar 2013

Suche den Beruf den du liebst, und du musst nie wieder arbeiten!

Edit: 16.8.2013

Ich habe den Spruch super gefunden, aber irgendwie hat er immer etwas an mir genagt. Heute fand ich eine Antwort.

Da ADSler gerne neue Reize haben kann wohl nur ein Beruf, der diese auch bietet immer wieder Spass machen. Und leider gibt es wohl keinen Beruf, der mit der Zeit nicht zur Routine wird oder genau dann Reize bringt, wenn man eigentlich mal gerne Ruhe hätte.

Ich musste feststellen, dass selbst mein Lieblingsberuf hie und wieder nervt oder langweilig wird. Aber da ich eine interessierte Lebenseinstellung habe finde ich doch immer schnell wieder zur Faszination zurück und kann mich in das was ich tue hineinsteigern.

Nur wenn ich mal in einem absoluten Hypofokus bin wird das was ich mache zur Qual. Dann aber richtig.
Dazu gehören angefangene Arbeiten, die ich nicht mehr fertig machen mag. Inzwischen trenne ich mich von diesen Arbeiten mit mehr Mut: Angefangene Strickarbeiten, Bastelarbeiten usw.
Das leert Schränke und macht wieder Mut für Neues. Packen wirs an......


Mittwoch, 23. Januar 2013

Eifersucht auf Hyperfokus

Ja, der Hyperfokus!

Jeder meint ich sei süchtig, wenn ich mal wieder einen Hyperfokus habe. Dabei verstehen sie das einfach nicht. Der Hyperfokus kommt und geht. Meist wie angeworfen.
Den einen Tag ist er da und eines Tages ist er wieder weg und ich schau das nicht mehr an was damals meinen Tag und mein Denken völlig ausfüllte.
Die einen meinen, es sei eher das nicht Abstellen können, die anderen meinen es sei eine Sucht.
Ich meine eher es ist einfach etwas Wunderschönes, wenn ich mal wieder einen Hyperfokus gefunden habe und darin schwelgen kann.
In den letzten 2-3 Jahren habe ich viel an mir gearbeitet, bin fast ganz "normal" geworden *lach. Aber meinen Hyperfokus lasse ich mir nie und nicht wegnehmen!

Also bin ich eher dabei Strategien zu entwickeln um mit den "Eiersüffigen" umzugehen zu lernen. Was muss ich sagen und tun, damit sie mich lassen... wie kann ich mein "Tun" verschleiern? Wann soll und darf ich mich auf die Hinterbeine stellen und einfach sagen: Lasst mich doch, das tut euch doch nicht weh und geht euch schlussendlich einen Dreck an. OK, ich weiss, dass meine Freude dort endet wo es dem anderen wirklich weh tut, denn sonst ist es Egoismus.

Aber, es ist so schön einen Hyperfokus zu haben!

Montag, 14. Januar 2013

Coaching - Waschen

Nun, hier kann ich nichts Weltbewegendes veröffentlichen, aber mal meine gesammelten Werke *lach

Als ich noch in einer Mietwohnung wohnte, hat es sich schnell herausgestellt, dass der Waschtag eines der grossen Probleme war. Es war schwierig für mich immer pünktlich an der Maschine zu stehen, ja sogar mir den Waschtag zu merken. Der war abwechselnd alle 2.5 oder 3.5 Wochen. Also nicht einmal regelmässig.

Dann musste man eben immer auf Zack sein und sofort aufhängen gehen, damit man durchkam. Wenn man nur alle 3 Wochen waschen kann heisst das auch entsprechend viel Kleidung zu kaufen, in Schränken unterzubringen und zu verwalten!

Fazit: Ich habe mir dann eine Etagenwaschmaschine gekauft, als Sohnemann in die Windeln kam und das auch nie bereut.
Die Nachbarn hatten auch immer was zu meckern. Entweder war die Maschine nicht sauber genug oder sie verdächtigten mich ihre Socken zu klauen.
Als ich aus dieser Wohnung auszog hatte ich 2 Einkaufstüten voller einzelner Socken! Die Waschmaschine ernährte sich anscheinend davon. ;-)

Als ich dann mein Haus bezog kaufte ich gleich die beste Maschine auf dem Markt (langlebig und robust) und sie hielt auch über 20 Jahre!
Ich hänge die Wäsche gerne auf, habe also keinen Tumbler. Denn ich hasse das Bügeln und finde es auch völlig unnötig. Mal für eine Sommerbluse oder ein Kleid ja, Mann braucht Gott sei Dank keine gebügelten Hemden. Wer tumblern muss, der mache das auf bügelfeucht, lieber feuchter, - ev. kann man sie in der Wohnung auf einem Trocknungsständer sauber aufhängen und so faltenfrei nachtrocknen?

In meinem Haus hat es enge, gewinkelte Treppen. Als ich 2x die Treppe runterfiel mit dem Waschkorb im Arm, habe ich angefangen die Kleidung in Kopfkissenanzüge zu stecken und sie die Treppe runterzuwerfen. Man kann sich auch eine IKEA-Tasche füllen und übern Rücken hängen (die Dinger kosten wenige Cents!).

In der Waschküche habe ich aktuell 3 Bananenkisten. Man kann aber eben auch die IKEA-Tüten verwenden. In der einen Kiste ist die Heisswäsche, in den anderen 2 sind Hell- und Dunkelwäsche für nicht heiss. (Eigentlich habe ich mit der neuen Maschine noch eine weitere Kiste aufstellen können, wo Wollwäsche drin ist).

Heisswäsche: 
Die wasche ich mit 60°, wenn ich eine Blasenentzündung habe auch mal mit 90° (dann aber sortiert, nur das was weiss ist oder wirklich mal wieder heiss gewaschen gehört). Da verwende ich Total, das ist ein Produkt aus Migros, das nimmt den Geruch und ist ein Vollwaschmittel, aber es stinkt nicht nach Parfüm.

Farbwäsche:
Die wasche ich mit 40°, das sei am besten für die Umwelt und die Wäsche. Keine Ahnung obs stimmt, aber bis jetzt ists ok. Da verwende ich Color-Waschmittel, die von 30-60° angeschrieben sind. Das sei auch besser als die Vollwaschmittel.

Wollwäsche:
Früher von Hand, heute mit der neuen Maschine kann ich das entsprechende Programm wählen. Hier verwende ich ein spezielles Wollwaschmittel. Vorsicht: hier darf man nur wenig einfüllen, knapp die Hälfte wie mit dem normalen Waschgang!

Aufhängen:
Ich schlage die Kleidungsstücke zuerst aus, dann hänge ich sie sorgfältig über die Leine. Klammern verwende ich nur draussen wo's windet.

Beim Abhängen lege ich die Stücke über einen kleinen Tisch - so kann ich sie dann schön glatt aufnehmen und hochtransportieren.
Oben falte ich alles hübsch zusammen, aber ich schüttle/schlage die Stücke noch einmal aus, so sind sie wie gebügelt.

Socken:
Aus meinen Erfahrungen in der Wohnung habe ich gelernt nur noch Socken einer Sorte zu kaufen. Wenn mein Mann Socken möchte, bekommt er gleich 20 Paar der gleichen Sorte und Farbe. Fehlt mal einer, dann ists egal, ist einer kaputt auch. Hat man einen guten Durchlauf/Durchmischung und ist die Waschmaschine einigermassen gnädig, dann halten diese Socken viele Jahre.
Auch für mich kaufe ich immer mind. 5-10 Paar der gleichen Sorte. Besonders, da die Geschäfte die schon morgen nicht mehr führen. Allerdings ist es schlicht unmöglich in einem Warenhaus/Migros Socken für Frauen in grösseren Mengen als 5 Paar einzukaufen, es hängen nicht genügend am Haken. Und welche ADSlerin schafft es innert nützlicher Frist da noch einmal nachzusehen und nachzukaufen? *lach

Freitag, 4. Januar 2013

Hü und Hott - ADS und HSP

Mal einige Gedanken von mir...

Ich habe ja die Diagnose ADS und HSP (Hochsensible Person).

In meinem speziellen Fall ist das ein Hü und ein Hott. Das ADS macht mich eher spontan, aktiv, mutig, unruhig - das HSP macht das Gegenteil. Da einiges meiner Aufmerksamkeit entgeht *lach, mache ich mehr Fehler als HSP normalerweise und bin viel spontaner. Das stellt mich mal wieder in die Ecke. Bin nämlich kein Mensch, der irgendwie dem Mainstream zugeordnet werden könnte, nein, im Gegenteil.. bin immer in allen Bereiche eine Ausnahme.
Aergerlich
So sind natürlich die meisten HSP ruhige, introvertierte, besonnene Personen, zurückhaltend und beliebt, aber nicht modern.
Und ich? Mal wieder das Maul offen und direkt aufs Ziel zugehend, welches ich mit sensibler Treffsicherheit beim Gegenüber ausgemacht habe *seufz.
OK, es hat gebessert. Drücke nicht mehr den Daumen in jede Wunde. Aber bis zur Diagnose war ich so.

Seit ich mph nehme und seit ich einiges verstanden habe, bin ich mehr ich geworden. Ruhiger, zurückhaltender, aber auch offener. Kurz: selbstsicherer.

Ich bin auch bedeutend ausdauernder als wohl die meisten HSP. Ev. dem Hyperfokus zu verdanken?

Macht auch ihr euch Gedanken? Dann kann ich euch folgendes Buch ans Herz legen:
http://festland-verlag.com/zb/1/1.1.htm
oder folgende Webseite:
http://www.zartbesaitet.net/
und das Schweizer Forum:
http://www.hsp-forum.ch/index.php?page=Index

Wer das Internet weiter absucht, der wird auch auf andere Links stossen, die ich hier aber nicht veröffentlichen will, weil ich die Gedanken dort unbrauchbar finde. Früher "gab es kein ADS" heisst es auf einer dieser Seiten.. das sei erst eine Erfindung der neueren Zeit. Ich persönlich halte diese Einstellung für uninformiert und überholt.

Allerdings hat man das halt früher anders benannt und ist anders damit umgegangen. Und man hat einfach versucht damit zu leben, nämlich mit diesem ADS, und das Beste daraus zu machen. Trotz meiner Komorbitäten finde ich mich im Grossen und Ganzen nicht kränker als meine "normalen" Mitmenschen.

Aber wohl wegen dem HSP mache ich mir halt mehr Gedanken darüber. Aber kränker hat es mich auch nicht gemacht. Ob ich für meine Mitmenschen eher eine Belastung oder eine Bereicherung bin sei dahingestellt, aber da es von jeder Couleur etwas braucht ist mein "Farbschlag" sicher auch auf Gottes Erdenrund irgendwo an seinem idealen Platz.

Nur, einigen ist es nicht gelungen wie mir. Die sind in Alkoholismus und Drogen abgetaucht und auch in Gefängnissen zuhause. Und deshalb bin ich doch froh, dass wir heute eine andere Einstellung zum Thema haben und es den ADSlern etwas leichter machen im Leben.




Freitag, 21. Dezember 2012

Der ADSler im Krankenhaus


Ich. Also ich im Krankenhaus.
Anlass: Eine Meniskusoperation am Knie.
Wie kommst es dazu? Nun, das kann jedem mal passieren. In meiner Familie war halt auch ADS und so stand ich, kaum gehfähig, auf den Skiern. Und die Skischuhe und Sicherheitsbindungen damals – nicht das Gelbe vom Ei. Also endeten alle Skiferien mit Verstauchungen vom Sprunggelenk oder Kniegelenk. Später Novelty Seeking. Also Klettern, schnelles Skifahren, Langlauf, Hochtouren, in Steinbrüchen rumklettern und Wassersport.

Meines Wissens sind die meisten ADSler bei stabiler Gesundheit, ausser einigen Kindern, die zu Knochenbrüchen neigen. Tat ich nicht, ich bin hypermobil, kann also mich bücken und mit durchgestreckten Knien die Fingerspitzen fast bis auf die nächsttiefere Treppenstufe legen.
OK, einige Zehen haben meiner nicht vorhandenen Aufmerksamkeit nicht standgehalten – auch das ist wohl ADS-typisch.
Stürze also jede Menge, immer blaue Flecken, aber es geht meist problemlos ab.

Nun hat es mich also eingeholt, der erste richtige Klinikaufenthalt, ausser der Geburt. Ich hatte panische Angst vor einer Narkose. Aber der Anästhesist klärte mich lieb auf. Nur bei Operationen im Bauchbereich könne es vorkommen, dass der Patient „erwache“ und Schmerzen verspüre, das merke man aber am erhöhten Herzschlag und weiteren Veränderungen.
Ich wählte trotzdem eine spinale Betäubung. Da spürt man keine Schmerzen, merkt aber wie am Bein gedrückt und gezogen wird.

Habe brav alles vorbereitet. Nun, fast *seufz. Der Laptop, den ich mir zurechtgemacht habe, hat keine W-Lan-Tauglichkeit und hier gibts kein Kabel. Grrrrr. Leider kam mir das 10 Minuten vor Abfahrt in den Sinn, sonst hätte ich es noch installieren können.

Aber so kommt ihr in den Genuss dieses Berichtes, taufrisch 2 Stunden nach der OP geschrieben.

Mein Hausarzt hat EKG und Blutwerte gemacht und eingeschickt. Ich trete am Vortag ein.

Musste meine Personalien beim Operateur deponieren. Musste meine Personalien verifizieren in einem Brief, den man mir nach Hause geschickt hat.
Nun ja, hier stimmten dann ca. 50% meiner Personalien *lach, was ich mal als 1. Panne werte.

2. Panne: werde zum EKG geschickt. Ich protestiere und gebe auch gleich die Kopie meiner Blutwerte ab, die ich vorsichtshalber mitgenommen habe. Habe nämlich damit gerechnet, dass die das nicht à jour haben.
3. Panne. Und wirklich, 2 Minuten später stand eine Dame da und wollte mir Blut nehmen.

Nach mehrmaligem Fragen nach einem Wasserglas wanderte ich dann ins Office und organisierte mir eins.

Dann kam der Stationsarzt und befragte mich nach Medikamenten. Ich nehme ein Medikament, welches normalerweise von Diabetikern eingenommen wird, ab da stand in meiner Diagnose: „Diabetiker“ und man begann mir alle paar Stunden in den Finger zu piksen. Ich musste mich mind. 3x wehren bis jetzt, ob sies jetzt endlich in den Akten haben? 4. Panne
Fazit: Bitte mitdenken!!!

Die Mädels hier sind zwar alle äusserst nett und hübsch, aber wenn der Patient nicht mitdenken kann wirds schwierig.
Bin hier in einem 4-er Zimmer und bekomme alles um mich herum mit. Es juckt mich heftig in den Fingern *tief seufz. Würde mich aber äusserst unbeliebt machen, wenn ich Verbesserungsvorschläge starten würde.

Sie liefern auch selten was verlangt wird. Nicht, dass ich was verlangen würde, aber wenn ich gefragt werde was ich trinken möchte, dann erwarte ich schon, dass ich das in genau dieser -Form dann auch bekomme, hm... Treffer-Quote liegt bei 20% *seufz.

Nachdem hier die Ueberwachungsmaschinen ticken und Geräte blubbern und ich den Verdacht hatte, die anderen Damen würden schnarchen, bat ich um eine Schlaftablette.

Ich bekam eine, Temesta, hat aber nicht gewirkt (soll bei ADS oft so sein, dass Narkose und Schmerz- oder Schlafmittel nicht wirken). Die Mädels waren dann aber so lieb mich in das Badezimmer zu fahren – nicht sehr heimelig, aber endlich Ruhe!!!! Merkt euch das, diese Möglichkeit gibt es in den meisten Stationen. Hatte zwar mein Handy mit White-Noise-Musik mitgenommen, aber der Krach und das hin und her im Zimmer war wirklich zu mühsam. Viele ADS-ler sind auch hypersensibel.

Ausserdem war ich total nervös. Ich hasse ja nichts mehr als warten. Und da ich meinen Laptop, mit dem Onlinespiel, auf das ich gerade meinen Hyperfokus gerichtet hatte, nicht benutzen konnte, war ich nervös und unfähig zur Ruhe zu kommen. Die Schlaftablette war jedenfalls wirkungslos.
Tipp: Sagt eher zu viel, als zu wenig. So bekommt ihr eine stärkere Pille.

Die Operation verlief problemlos und ausgesprochen nett. Der Anästhesist war sensibel und aufmerksam und bekommt ein 1A.
Die anderen waren auch perfekt.
Der Operateur liess mich auf dem Monitor zugucken und machte seine Arbeit gekonnt, speditiv und sicher. Ich denke, besser kann man es nicht machen. Auch 1A.

Wieder zurück im Zimmer liess dann die innere Anspannung nach und ich konnte endlich mal schlafen nach Wochen der Angespanntheit.

Wichtig: Schmerzmittel soll man nehmen, bevor die Schmerzen einfahren. Liess mir also sofort den Tropf anhängen, sobald ich das kleinste Picksen verspürte. So bleibt mein Knie schön ruhig und macht keine Sparglementen. Später werde ich dann die Schmerzmedikation frühzeitig abstellen, denn ich bin nicht schmerzempfindlich. Nur die Tablette fürs Abschwellen nehme ich so lange wie vorgeschrieben.

Auf jeden Fall, das ist der beste Weg mit Schmerzen umzugehen. Auch bei Mensschmerzen. Da reicht am Vortag ein entspannender Tee. Verpasst man das, und der Schmerz ist schon voll eingefahren, brauchts dann wirklich eine richtige Tablette.

So, 12 Uhr, das Essen wird kommen. Die Füsse erwachen langsam. Gehstöcke wurden gebracht und am Nachmittag darf ich dann erstmals aufstehen. Morgen heim.

Nachtrag: Bin wieder zuhause, 3. Tag nach OP.
Allles geht bestens, Knie spannt etwas, tut aber nicht weh, tat eigentlich nie weh.
Ich mache brav meine Turnübungen, nehme meine Tabletten und gehe längere Strecken an den Krücken.
Bis die Gelenkschmiere wieder aufgebaut ist soll ich 2 Wochen schonen.

Vorbereitungen


Ich habs mal wieder gesehen. Die Vorbereitungen fürs Krankenhaus waren nicht perfekt.

  1. Liste anfertigen, mit dem was euch im Vorfeld durch den Kopf geht. (Notizblöcke liegen vorzugsweise auf Nachttisch, neben der Tastatur, in der Küche oder benutzt das Smartphone).
  2. 1 Woche vorher oder wenns euch in die Hände gerät, häufelt an, vorzugsweise neben dem Bett.
  3. Kleider sollten gewaschen sein, also einige Tage vorher mal die Waschmaschine anwerfen.
  4. Koffer oder Reisetasche bereitlegen, aber nicht füllen!
  5. Am Vortag nochmals in Ruhe die Reise oder den Krankenhausaufenthalt im Geiste durchgehen.
  6. Papiere?
  7. Röntgenbilder?
  8. Technische Geräte und ihre Stromkabel? Ev. Anruf bez. W-Lan
  9. Bücher, Heftli/Magazine, kann mans im Bett lesen? Brille?
  10. Passwörter fürs Webmail, Facebook?
  11. Medikamente
  12. Grosszügige Hausschuhe, zur Not auch mit Verband zu tragen
  13. Warme Bettjacke
  14. 2 Kissen (die gabs früher in den Krankenhäusern, aber scheinen inzwischen Mangelware zu sein) und 1 grosses Frotteetuch, kann gefaltet als Kissenersatz dienen, auch als Schlafwurst.
  15. Räumt den dicken Geldbeutel aus, es reicht das Nötigste und ein Trinkgeld für die Station. Ev. Telefonkarte kaufen am Haupteingang. Schmuck zuhause lassen.
  16. Wer was neu kauft vorher benützen, testen einrichten! Wer was leiht ebenfalls.(Bis ich herausgefunden hatte wie ich bei meinem Hybridhandy bei Passwörtern Zahlen einfügen konnte... *seufz