Freitag, 2. Januar 2015

Heizkissen - zum besser Einschlafen

Jetzt ist ja wieder die Zeit wo es eher kalt ist in der Nacht.
Ich habe den Radiator abgestellt im Schlafzimmer, dafür eine recht grosse Bettdecke, in die ich mich schön einkuschlen kann.
Trotzdem bin ich öfters immer noch sehr unruhig und kann schlecht einschlafen. Aber es ist schon viel besser als früher, wo ich noch nichts vom ADS wusste und noch keine Medis nahm.

Besonders jetzt habe ich wieder Probleme also in der Zeit zwischen Weihnacht und Anfang neuem Jahr, wo man öfters ausschläft oder länger aufbleibt und der Schlafrhythmus nicht mehr so konstant ist.

Nun ist mir aufgefallen, dass ich problemlos einschlafen kann, wenn das Zimmer kalt ist, aber ich ein Heizkissen im Bett habe. Das ist schön entspannend, kuschelig und innert Minuten bin ich weg - im Land der Träume!
Gute Nacht!

Montag, 8. Dezember 2014

Zuhören

Was passiert beim Zuhören?

Beim Zuhören beim Chef? Freundin? Ehemann?

Es gibt jeweils schnell einen Punkt, wo man etwas entgegnen möchte, etwas beifügen oder kommentieren.
Und genau ab diesem Punkt kann man nicht mehr richtig zuhören. Ich bin eigentlich ein guter Zuhörer, aber kommt so ein Punkt und ich kann/darf nichts sagen, dann fällt es mir unendlich schwer weiter genau so aufmerksam zuzuhören. Ritalin und Konsorten helfen da enorm um still zu bleiben und dem Gegenüber nicht ständig in die Rede zu fallen.

Ich höre also meinem Chef zu: "Telefoniere dorthin und frage nach xy".
Und genau ab da bin ich in Gedanken schon dabei zu telefonieren. Sagt er nun noch, dass ich diesen Brief kopieren und wegschicken soll, wirds für mich schon schwierig. Ich reisse mich also vom Gedanken an das Telefon los und lege den Brief auf den Kopierer (Gedankenstütze).
Nun geht der Chef weg, ruft aber noch über die Schulter zurück, ich solle noch das und das machen.

Genau jetzt ist der Punkt gekommen, wo ich spätestens aufschreiben muss.
Eigentlich sollte ich schon bei der ersten Aufgabe aufschreiben, was mir dann aber äusserst irritierende Blicke sichert. Denn der Chef weiss ja, dass er nur eine Aufgabe anordnet.

Ich fühle mich also blöd, möchte nicht dumm dastehen und schreibe nicht auf. Und spätestens bei Punkt 3 und 4 kann ich mich nicht mehr an die Details erinnern von Auftrag 1 und 2.
Und dann vergesse ich was oder muss nachfragen. Oder habe etwas falsch aufgefasst. Peinlich.

Unterwegs mit einer Freundin kann man nicht aufschreiben, da möchte man gerne kommentieren und ihr in die Rede fallen. Ist für 1-2x auch ok, wird aber spätestens bei jedem 2. Satz unangenehm.

Bei einem Vortrag/Gruppe kann man kurz die Hand aufstrecken und somit anzeigen, dass man einen Einwurf/Frage hätte. So kann der Leiter in Ruhe seinen angefangenen Satz zu Ende sprechen und dann nachfragen, was ich möchte.

Das geht meist recht gut. Habe mich aber da auch mit Medis besser in der Hand. Allerdings sollte man ja das wirklich trainieren, dass man nicht immer gleich dazwischen quatscht. Es geht auch wirklich das zu trainieren - kann aber Jahre dauern.

Ehemann: Solange man keinen Aerger provoziert, sollte man das mit dem Mann regeln können. Ihm die Situation erklären und ihn bitten das zu aktzeptieren. Und er soll es halt sagen, wenn er difinitiv genug hat, dass man immer kommentiert. Allerdings bin ich hier am Punkt, wo ich sehr versuche mir anzutrainieren, dass ich ihm länger still zuhöre und die Fragen in Stichworten auf einen Zettel schreibe und nach seinem Vortrag dann eine nach der anderen durchdiskutiere.

Im Endeffekt bin ich aber so schnell in meinen Gedanken und die Gedanken schiessen so ungefiltert durch mein Hirn, dass es eher unangenehm ist zuzuhören. Des halb führe ich oft mit meinem eigenen Ich Selbstgespräche und diskutiere etwas aus.
In der ersten Runde dieser Gespräche komme ich von Pontius zu Pilatus, in der zweiten Runde geht es schon besser und in der Endrunde kann ich alles in einem Satz abhandeln. Es ist auch interessant, wie gut ich das kann. Ich komme so auf Ideen, auf die ich "alleine" nicht gekommen wäre und das Gespräch nimmt oft unerwartete Wendungen.

Auch eine gute Sache ist sich in Briefen/Mails auszutauschen oder in einer Chatfunktion. Da kann man Einwürfe machen ohne den anderen in seinem Gedankenfluss zu stören. Ein Hoch auf die modernen Zeiten!


Mittwoch, 19. November 2014

Warum so aggressiv - 2

Und diesmal geht es nicht um die sogenannt Normalen, die ADSlern gegenüber aggressiv sind, sondern um die ADSler selber.

Auch die haben einen extrem aggressiven Ton drauf. Es ist schon zu verstehen warum und ich kann damit leben.
ABER!

Darf ich euch einfach sagen, dass ihr aggressiv seid? Dass ihr an allem herumkrittelt? Dass ihr nie lacht und alles bierernst nehmt?

Ich weiss, das Leben ist schwer für ADSler. Es braucht viel Struktur um durchs Leben zu kommen. Nur.. mit einem kleinen Lächeln geht es auch.. sogar besser!

Warum nicht einmal versuchen zu entspannen und fünfe gerade sein lassen? Warum nicht als nächsten Bewältigungsschritt versuchen einfach zu lächeln und nicht gleich zu reagieren?
Schwierig, ich weiss.. besonders wenn dann noch andere ADSler dabei sind, die voll auf Dampf sind.

Guckt mal in den Spiegel und streicht jeweils am Morgen eure Mundecken in die Breite und Höhe.. und dann.. zuerst mal lächeln, bevor man loswettert.. ok?
(Mei, habe ich Muskelkater um den Mund herum.. man kann sogar die Augen ins Lächeln miteinbeziehen.. tut auch gut)

Künstliche Blumen

Hand aufs Herz - wie viele künstliche Blumen habt ihr in eurer Wohnung?

Ich würde das unter Dignosekriterien einreihen. 
Alle ADSler-Damen, die ich kenne, haben viel Deko, besonders lieben sie künstliche Blumen. Es hat ja auch viele Vorteile, denn das Giessen ist ja etwas, was man gerne mal vergisst oder man vergisst alte Blumen zu entsorgen.

Wenn ich dann jeweils nachgefragt habe, war es diesen Damen komplett unmöglich etwas von ihren Dekos zu entsorgen. Da hingen viele Emotionen dran. Oder die Deko war unerhört praktisch.

Schnöd-Modus an: 7, was sage ich 10 Uhren pro Zimmer und keine zeigt die richtige Zeit. Kerzen in allen Ecken. Wunderschöne Deko, aber überdeckt mit der nächsten Deko und diese wieder überdeckt von der übernächsten.
Ich erinnere mich, dass sich mein Mann weigerte ein Möbel mit gerader Abstellfläche anzuschaffen, weil ich ja sowieso alles vollstellte. *seufz

Womit ich zugeben muss, dass auch bei mir noch Handlungsbedarf besteht und ich mind. 3 künstliche Blumendekos im Haus habe... gehen wirs an und "erleichtern" wir uns. Weniger ist mehr!

Nachtrag: Guckt mal wieder in eure Küche und entsorgt was abgelaufen ist. Man kann durchaus nur mit 3 Sorten Marmelade und 3 Saucen leben!


Donnerstag, 18. September 2014

Warum so aggressiv?

Warum werden sogenannt "normale" Leute ADSlern gegenüber so aggressiv?

Das ist etwas was ich absolut nicht verstehen kann. Was reizt sie so an uns?
Ich denke, spätestens nach 1-2 Tagen schaffe ich es jemanden, den ich seit vielen Jahre kenne und als guten Freund bezeichnen kann völlig aggressiv zu machen wenn ich z.B. mit ihm auf Reisen gehe. Warum?

Ich brauche meinen Freiraum.
Ich kann mich für etwas völlig begeistern.
Ich bin in gewissen Dingen  sehr strukturiert.
In bin in gewissen Dingen kategorisch.

Aber genau so bin ich in anderen Dingen extrem aufmerksam, einfühlsam, frage nach, erkläre, kläre auf usw.

Und trotzdem.. nach wenigen Stunden merke ich, dass es nicht geht. Das Gegenüber hat andere Vorstellungen, versteht falsch, fühlt sich falsch verstanden, hält mir Vorträge ich soll mich ändern, zusammenreissen.

Ich übe mich in Geduld, Verständnis und je länger das geht desto mehr gerät alles zur Farce. Klar ist jetzt der Punkt der Aggressivität auf beiden Seiten erreicht. Nur ist mir das eben schon öfters passiert. Und das Gegenüber meint jeweils, ihnen passiere das nie mit anderen.

Genau so habe ich aber Leute mit denen ich reisen oder zusammen sein kann ohne jegliche Probleme.  Aber genau diese Leute würde ich nicht unbedingt als "normal" bezeichnen. Es sind Menschen, die auch etwas speziell sind. Keine ADSler, aber halt Leute, die etwas anders sind. Die sich nicht unbedingt der Norm fügen (wollen/müssen). Und die ev. gerade deshalb keinen Anlass haben aggressiv zu werden wenn jemand etwas anders ist???

Auch in Zeitungen und an Stammtischen sind Kommentare über ADSler sofort markant aggressiv. Hier fällt auch immer auf, dass die Info, die die Leute zur Hand haben mind. 20 Jahre alt ist und zu 90% falsch. Es wäre nett, wenn Zeitungen und Fernseh endlich mal ihre Berichterstattung aktualisieren würden. 



Samstag, 30. August 2014

Inneres Vibrieren bei ruhigen ADS-lern

Vorgeschichte:
Diesen Sommer ging ich öfters Nordic Walken um mein Knie, nach einer Knieoperation wieder gut zu bewegen. Auch während einer Wanderwoche in den Bergen hatte ich die Stöcke dabei. Danach hatte ich Schmerzen im Handgelenk und versuchte am Computer die Hand etwas zu entlasten. Das war nicht gut, danach begannen Klein- und Ringfinger zu kribbeln.

Diese Woche habe ich das neurochirurgisch abklären lassen. Man hat mich an elektrische Leitungen angehängt und Strom gegeben. Ich war natürlich total kooperativ und habe brav entspannt. Der Arzt war sehr zufrieden. Die Finger sind brav hochgehüpft und ich konnte auf dem Monitor die Kurve beobachten.
Dann hat er noch die andere, gesunde Hand gegengeprüft. Klar, tat es mit der Zeit recht weh, aber ein ADS-ler kann ja abschalten und ist nicht wehleidig.
Aber auf einmal begann der Arzt zu fluchen und erzählte was von Irritationen. Erst da realisierte ich, dass ich begonnen hatte, auf den Stress innerlich zu vibrieren.
Ich versuchte mich wieder zu entspannen und erklärte ihm, dass ich halt ADS hätte.

Auch das ist etwas, was andere Menschen auch haben, aber ADS-ler halt eben öfters oder früher! Und auch das ist etwas, weswegen man dem Arzt die Diagnose mitteilen sollte.

Aber jetzt habe ich einen Beweis für meinen inneren Vulkan.

Dienstag, 19. August 2014

Peinlichkeiten

Nein - es ist nicht so, dass man keine Peinlichkeiten mehr erlebt, wenn man mph (Medis wie z.B. Ritalin) nimmt, Psychologen besucht hat, Bücher über ADS gelesen hat und sich sehr viel Mühe gegeben hat mit seinem ADS zu Rande zu kommen.

Leider passiert es immer wieder und mit der Zeit ev. sogar öfters, oder öfters als früher, dass man Fehler macht, die man früher nie gemacht hätte.

Warum?

Nun ganz einfach, weil man sich mit der Zeit sicherer fühlt.

Man getraut sich später als früher loszuhetzen, weniger vorzubereiten, man nimmt etwas weniger ernst als früher und schon!!! sitzt man in der Patsche. Oder wie ich heute, beim Arzt mit 2 ähnlichen, aber nicht genau gleichen Schuhen an den Füssen. *tiefseufz und im Boden hätte versinken können.

Dienstag, 15. Juli 2014

70 Jahre Ritalin (Methylphenidat!)

Warum nur sind die Artikel in den Printmedien immer so schlecht recherchiert?
Warum scheibt man da:.... um die Vergabe, von Ritalin, dessen Langzeitfolgen noch nicht untersucht sind.... (Surprise, Nr. 328)


70 Jahre - ich meine, Ritalin wäre damit eines der ältesten Psychopharmaka.
1944 wurde Ritalin (Methylphenidat) synthetisiert, wenige Jahre später kam es in Deutschland auf den Markt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Methylphenidat

In diesen Jahren hat man versucht psychologisch Auffällige nicht einfach wegzuschliessen, sondern sie mit Medikamenten zu behandeln. Hier aber ging es um ein ganz anderes Thema, nämlich um eine einfache Leistungssteigerung.

Eine gewisse Zeit lang wurde es auch als Appetithemmer benutzt, ich kann mich daran erinnern, dass mein Vater das mal in den 70iger Jahren heimbrachte und versuchte damit abzunehmen. Er wurde dann extrem hibbelig und hat zwar abgenommen, es dann aber wieder abgesetzt, weil es ihn wirklich zu unruhig machte. (Für alle, die das auch probieren wollen, ich kann Ihnen sagen, dass die Wirkung nicht lange anhält, nach wenigen Wochen ist sie verpufft).

Zu den Langzeitfolgen bei Kindern, die "Ritalin" genommen haben (am besten in multimodaler Therapie):
Meines Wissens sind die:
  • Weniger Dogenprobleme
  • Bessere Chancen auf abgeschlossene Ausbildungen
  • Besseres Selbstwertgefühl und damit glücklichere Menschen


Montag, 2. Juni 2014

Interessante Veröffentlichung

http://www.sanp.ch/docs/sanp/2014/02/en/sanp-00230.pdf

Selbstwahrnehmung bei ADS-Erwachsenen von Dr. Heiner Lachenmeier

Ich halte diesen Beitrag für sehr interessant und informativ!!!!

Erinnerungen

Ich halte mich ja für ein recht cleveres Kerlchen und meine ein gutes Erinnerungsvermögen zu haben. Meine Familie sieht das ganz anders.

Wie ist da bei euch? Wisst ihr die Namen eurer Schulkollegen noch? Mein ADS-Vater ja, ich nein.
Er war gestern hier und hat mir stundenlang über irgendwelche Leute erzählt, die angeblich mit mir oder mit meiner Schwester in die Schule gingen, oder 1 Jahr älter waren als ich (Dorfschule und mehrere Klassen in einem Zimmer).

Ich kann mich bestens an Gefühle und Begebenheiten erinnern, die emotional waren. Aber schlecht an Menschen. Das hat mich damals schon nicht interessiert und heute interessiert es mich noch weniger, was die Frau des Bruders eines Schulkollegen für eine Sauordnung hinter dem Haus hat.

Eher interessiert es mich, warum er diesen Dingen so eine Priorität zuordnet.

Die Stiefmutter meinte dann, dass emotionale Erinnerungen sehr ungenau wären. Man würde da viel falsch sehen im Rückblick und falsch werten. Ich sehe das allerdings anders.

Wichtig ist bei mir, dass ich Erinnerungen meist mit einem Bild verbinde. Also visuelle Unterstützung brauche.
Es kann auch sein, dass ich Menschen von damals extra ausblende, weil ich mit denen schlechte Erfahrungen gemacht habe. Ich wurde in der Schule gemobbt (wie man heute sagen würde) und fand schlecht Zugang zu den andern Dorfbewohnern von dem Dorf, wo ich mit 11 Jahren hingezogen bin.

Auch ist es für meine Familie eminent wichtig was andere denken. Eben. .die Sauordnung. Ich hatte ja auch immer eine und das konnte meine Familie absolut nicht tolerieren. Es galt immer was andere denken als Massstab. Mir galt eher der Massstab was nützt, logisch ist oder Sinn macht. So war ich nicht nur im Dorf ein Fremdkörper, sondern auch in der eigenen Familie. Auf jeden Fall - ich gelte in meiner Familie als dumm, ausser dass ich besser mit Computern umgehen kann als sie.

Interessant was als Intelligenz gilt, wenn man einfach so mit einigen Leuten zusammensitzt und redet... auf keinen Fall das, was im Mensatest je gefragt wird!