Ja, der Hyperfokus!
Jeder meint ich sei süchtig, wenn ich mal wieder einen Hyperfokus habe. Dabei verstehen sie das einfach nicht. Der Hyperfokus kommt und geht. Meist wie angeworfen.
Den einen Tag ist er da und eines Tages ist er wieder weg und ich schau das nicht mehr an was damals meinen Tag und mein Denken völlig ausfüllte.
Die einen meinen, es sei eher das nicht Abstellen können, die anderen meinen es sei eine Sucht.
Ich meine eher es ist einfach etwas Wunderschönes, wenn ich mal wieder einen Hyperfokus gefunden habe und darin schwelgen kann.
In den letzten 2-3 Jahren habe ich viel an mir gearbeitet, bin fast ganz "normal" geworden *lach. Aber meinen Hyperfokus lasse ich mir nie und nicht wegnehmen!
Also bin ich eher dabei Strategien zu entwickeln um mit den "Eiersüffigen" umzugehen zu lernen. Was muss ich sagen und tun, damit sie mich lassen... wie kann ich mein "Tun" verschleiern? Wann soll und darf ich mich auf die Hinterbeine stellen und einfach sagen: Lasst mich doch, das tut euch doch nicht weh und geht euch schlussendlich einen Dreck an. OK, ich weiss, dass meine Freude dort endet wo es dem anderen wirklich weh tut, denn sonst ist es Egoismus.
Aber, es ist so schön einen Hyperfokus zu haben!
Mittwoch, 23. Januar 2013
Montag, 14. Januar 2013
Coaching - Waschen
Nun, hier kann ich nichts Weltbewegendes veröffentlichen, aber mal meine gesammelten Werke *lach
Als ich noch in einer Mietwohnung wohnte, hat es sich schnell herausgestellt, dass der Waschtag eines der grossen Probleme war. Es war schwierig für mich immer pünktlich an der Maschine zu stehen, ja sogar mir den Waschtag zu merken. Der war abwechselnd alle 2.5 oder 3.5 Wochen. Also nicht einmal regelmässig.
Dann musste man eben immer auf Zack sein und sofort aufhängen gehen, damit man durchkam. Wenn man nur alle 3 Wochen waschen kann heisst das auch entsprechend viel Kleidung zu kaufen, in Schränken unterzubringen und zu verwalten!
Fazit: Ich habe mir dann eine Etagenwaschmaschine gekauft, als Sohnemann in die Windeln kam und das auch nie bereut.
Die Nachbarn hatten auch immer was zu meckern. Entweder war die Maschine nicht sauber genug oder sie verdächtigten mich ihre Socken zu klauen.
Als ich aus dieser Wohnung auszog hatte ich 2 Einkaufstüten voller einzelner Socken! Die Waschmaschine ernährte sich anscheinend davon. ;-)
Als ich dann mein Haus bezog kaufte ich gleich die beste Maschine auf dem Markt (langlebig und robust) und sie hielt auch über 20 Jahre!
Ich hänge die Wäsche gerne auf, habe also keinen Tumbler. Denn ich hasse das Bügeln und finde es auch völlig unnötig. Mal für eine Sommerbluse oder ein Kleid ja, Mann braucht Gott sei Dank keine gebügelten Hemden. Wer tumblern muss, der mache das auf bügelfeucht, lieber feuchter, - ev. kann man sie in der Wohnung auf einem Trocknungsständer sauber aufhängen und so faltenfrei nachtrocknen?
In meinem Haus hat es enge, gewinkelte Treppen. Als ich 2x die Treppe runterfiel mit dem Waschkorb im Arm, habe ich angefangen die Kleidung in Kopfkissenanzüge zu stecken und sie die Treppe runterzuwerfen. Man kann sich auch eine IKEA-Tasche füllen und übern Rücken hängen (die Dinger kosten wenige Cents!).
In der Waschküche habe ich aktuell 3 Bananenkisten. Man kann aber eben auch die IKEA-Tüten verwenden. In der einen Kiste ist die Heisswäsche, in den anderen 2 sind Hell- und Dunkelwäsche für nicht heiss. (Eigentlich habe ich mit der neuen Maschine noch eine weitere Kiste aufstellen können, wo Wollwäsche drin ist).
Heisswäsche:
Die wasche ich mit 60°, wenn ich eine Blasenentzündung habe auch mal mit 90° (dann aber sortiert, nur das was weiss ist oder wirklich mal wieder heiss gewaschen gehört). Da verwende ich Total, das ist ein Produkt aus Migros, das nimmt den Geruch und ist ein Vollwaschmittel, aber es stinkt nicht nach Parfüm.
Farbwäsche:
Die wasche ich mit 40°, das sei am besten für die Umwelt und die Wäsche. Keine Ahnung obs stimmt, aber bis jetzt ists ok. Da verwende ich Color-Waschmittel, die von 30-60° angeschrieben sind. Das sei auch besser als die Vollwaschmittel.
Wollwäsche:
Früher von Hand, heute mit der neuen Maschine kann ich das entsprechende Programm wählen. Hier verwende ich ein spezielles Wollwaschmittel. Vorsicht: hier darf man nur wenig einfüllen, knapp die Hälfte wie mit dem normalen Waschgang!
Aufhängen:
Ich schlage die Kleidungsstücke zuerst aus, dann hänge ich sie sorgfältig über die Leine. Klammern verwende ich nur draussen wo's windet.
Beim Abhängen lege ich die Stücke über einen kleinen Tisch - so kann ich sie dann schön glatt aufnehmen und hochtransportieren.
Oben falte ich alles hübsch zusammen, aber ich schüttle/schlage die Stücke noch einmal aus, so sind sie wie gebügelt.
Socken:
Aus meinen Erfahrungen in der Wohnung habe ich gelernt nur noch Socken einer Sorte zu kaufen. Wenn mein Mann Socken möchte, bekommt er gleich 20 Paar der gleichen Sorte und Farbe. Fehlt mal einer, dann ists egal, ist einer kaputt auch. Hat man einen guten Durchlauf/Durchmischung und ist die Waschmaschine einigermassen gnädig, dann halten diese Socken viele Jahre.
Auch für mich kaufe ich immer mind. 5-10 Paar der gleichen Sorte. Besonders, da die Geschäfte die schon morgen nicht mehr führen. Allerdings ist es schlicht unmöglich in einem Warenhaus/Migros Socken für Frauen in grösseren Mengen als 5 Paar einzukaufen, es hängen nicht genügend am Haken. Und welche ADSlerin schafft es innert nützlicher Frist da noch einmal nachzusehen und nachzukaufen? *lach
Als ich noch in einer Mietwohnung wohnte, hat es sich schnell herausgestellt, dass der Waschtag eines der grossen Probleme war. Es war schwierig für mich immer pünktlich an der Maschine zu stehen, ja sogar mir den Waschtag zu merken. Der war abwechselnd alle 2.5 oder 3.5 Wochen. Also nicht einmal regelmässig.
Dann musste man eben immer auf Zack sein und sofort aufhängen gehen, damit man durchkam. Wenn man nur alle 3 Wochen waschen kann heisst das auch entsprechend viel Kleidung zu kaufen, in Schränken unterzubringen und zu verwalten!
Fazit: Ich habe mir dann eine Etagenwaschmaschine gekauft, als Sohnemann in die Windeln kam und das auch nie bereut.
Die Nachbarn hatten auch immer was zu meckern. Entweder war die Maschine nicht sauber genug oder sie verdächtigten mich ihre Socken zu klauen.
Als ich aus dieser Wohnung auszog hatte ich 2 Einkaufstüten voller einzelner Socken! Die Waschmaschine ernährte sich anscheinend davon. ;-)
Als ich dann mein Haus bezog kaufte ich gleich die beste Maschine auf dem Markt (langlebig und robust) und sie hielt auch über 20 Jahre!
Ich hänge die Wäsche gerne auf, habe also keinen Tumbler. Denn ich hasse das Bügeln und finde es auch völlig unnötig. Mal für eine Sommerbluse oder ein Kleid ja, Mann braucht Gott sei Dank keine gebügelten Hemden. Wer tumblern muss, der mache das auf bügelfeucht, lieber feuchter, - ev. kann man sie in der Wohnung auf einem Trocknungsständer sauber aufhängen und so faltenfrei nachtrocknen?
In meinem Haus hat es enge, gewinkelte Treppen. Als ich 2x die Treppe runterfiel mit dem Waschkorb im Arm, habe ich angefangen die Kleidung in Kopfkissenanzüge zu stecken und sie die Treppe runterzuwerfen. Man kann sich auch eine IKEA-Tasche füllen und übern Rücken hängen (die Dinger kosten wenige Cents!).
In der Waschküche habe ich aktuell 3 Bananenkisten. Man kann aber eben auch die IKEA-Tüten verwenden. In der einen Kiste ist die Heisswäsche, in den anderen 2 sind Hell- und Dunkelwäsche für nicht heiss. (Eigentlich habe ich mit der neuen Maschine noch eine weitere Kiste aufstellen können, wo Wollwäsche drin ist).
Heisswäsche:
Die wasche ich mit 60°, wenn ich eine Blasenentzündung habe auch mal mit 90° (dann aber sortiert, nur das was weiss ist oder wirklich mal wieder heiss gewaschen gehört). Da verwende ich Total, das ist ein Produkt aus Migros, das nimmt den Geruch und ist ein Vollwaschmittel, aber es stinkt nicht nach Parfüm.
Farbwäsche:
Die wasche ich mit 40°, das sei am besten für die Umwelt und die Wäsche. Keine Ahnung obs stimmt, aber bis jetzt ists ok. Da verwende ich Color-Waschmittel, die von 30-60° angeschrieben sind. Das sei auch besser als die Vollwaschmittel.
Wollwäsche:
Früher von Hand, heute mit der neuen Maschine kann ich das entsprechende Programm wählen. Hier verwende ich ein spezielles Wollwaschmittel. Vorsicht: hier darf man nur wenig einfüllen, knapp die Hälfte wie mit dem normalen Waschgang!
Aufhängen:
Ich schlage die Kleidungsstücke zuerst aus, dann hänge ich sie sorgfältig über die Leine. Klammern verwende ich nur draussen wo's windet.
Beim Abhängen lege ich die Stücke über einen kleinen Tisch - so kann ich sie dann schön glatt aufnehmen und hochtransportieren.
Oben falte ich alles hübsch zusammen, aber ich schüttle/schlage die Stücke noch einmal aus, so sind sie wie gebügelt.
Socken:
Aus meinen Erfahrungen in der Wohnung habe ich gelernt nur noch Socken einer Sorte zu kaufen. Wenn mein Mann Socken möchte, bekommt er gleich 20 Paar der gleichen Sorte und Farbe. Fehlt mal einer, dann ists egal, ist einer kaputt auch. Hat man einen guten Durchlauf/Durchmischung und ist die Waschmaschine einigermassen gnädig, dann halten diese Socken viele Jahre.
Auch für mich kaufe ich immer mind. 5-10 Paar der gleichen Sorte. Besonders, da die Geschäfte die schon morgen nicht mehr führen. Allerdings ist es schlicht unmöglich in einem Warenhaus/Migros Socken für Frauen in grösseren Mengen als 5 Paar einzukaufen, es hängen nicht genügend am Haken. Und welche ADSlerin schafft es innert nützlicher Frist da noch einmal nachzusehen und nachzukaufen? *lach
Freitag, 4. Januar 2013
Hü und Hott - ADS und HSP
Mal einige Gedanken von mir...
Ich habe ja die Diagnose ADS und HSP (Hochsensible Person).
In meinem speziellen Fall ist das ein Hü und ein Hott. Das ADS macht mich eher spontan, aktiv, mutig, unruhig - das HSP macht das Gegenteil. Da einiges meiner Aufmerksamkeit entgeht *lach, mache ich mehr Fehler als HSP normalerweise und bin viel spontaner. Das stellt mich mal wieder in die Ecke. Bin nämlich kein Mensch, der irgendwie dem Mainstream zugeordnet werden könnte, nein, im Gegenteil.. bin immer in allen Bereiche eine Ausnahme.
Aergerlich
So sind natürlich die meisten HSP ruhige, introvertierte, besonnene Personen, zurückhaltend und beliebt, aber nicht modern.
Und ich? Mal wieder das Maul offen und direkt aufs Ziel zugehend, welches ich mit sensibler Treffsicherheit beim Gegenüber ausgemacht habe *seufz.
OK, es hat gebessert. Drücke nicht mehr den Daumen in jede Wunde. Aber bis zur Diagnose war ich so.
Seit ich mph nehme und seit ich einiges verstanden habe, bin ich mehr ich geworden. Ruhiger, zurückhaltender, aber auch offener. Kurz: selbstsicherer.
Ich bin auch bedeutend ausdauernder als wohl die meisten HSP. Ev. dem Hyperfokus zu verdanken?
Macht auch ihr euch Gedanken? Dann kann ich euch folgendes Buch ans Herz legen:
http://festland-verlag.com/zb/1/1.1.htm
oder folgende Webseite:
http://www.zartbesaitet.net/
und das Schweizer Forum:
http://www.hsp-forum.ch/index.php?page=Index
Wer das Internet weiter absucht, der wird auch auf andere Links stossen, die ich hier aber nicht veröffentlichen will, weil ich die Gedanken dort unbrauchbar finde. Früher "gab es kein ADS" heisst es auf einer dieser Seiten.. das sei erst eine Erfindung der neueren Zeit. Ich persönlich halte diese Einstellung für uninformiert und überholt.
Allerdings hat man das halt früher anders benannt und ist anders damit umgegangen. Und man hat einfach versucht damit zu leben, nämlich mit diesem ADS, und das Beste daraus zu machen. Trotz meiner Komorbitäten finde ich mich im Grossen und Ganzen nicht kränker als meine "normalen" Mitmenschen.
Aber wohl wegen dem HSP mache ich mir halt mehr Gedanken darüber. Aber kränker hat es mich auch nicht gemacht. Ob ich für meine Mitmenschen eher eine Belastung oder eine Bereicherung bin sei dahingestellt, aber da es von jeder Couleur etwas braucht ist mein "Farbschlag" sicher auch auf Gottes Erdenrund irgendwo an seinem idealen Platz.
Nur, einigen ist es nicht gelungen wie mir. Die sind in Alkoholismus und Drogen abgetaucht und auch in Gefängnissen zuhause. Und deshalb bin ich doch froh, dass wir heute eine andere Einstellung zum Thema haben und es den ADSlern etwas leichter machen im Leben.
Ich habe ja die Diagnose ADS und HSP (Hochsensible Person).
In meinem speziellen Fall ist das ein Hü und ein Hott. Das ADS macht mich eher spontan, aktiv, mutig, unruhig - das HSP macht das Gegenteil. Da einiges meiner Aufmerksamkeit entgeht *lach, mache ich mehr Fehler als HSP normalerweise und bin viel spontaner. Das stellt mich mal wieder in die Ecke. Bin nämlich kein Mensch, der irgendwie dem Mainstream zugeordnet werden könnte, nein, im Gegenteil.. bin immer in allen Bereiche eine Ausnahme.
Aergerlich
So sind natürlich die meisten HSP ruhige, introvertierte, besonnene Personen, zurückhaltend und beliebt, aber nicht modern.
Und ich? Mal wieder das Maul offen und direkt aufs Ziel zugehend, welches ich mit sensibler Treffsicherheit beim Gegenüber ausgemacht habe *seufz.
OK, es hat gebessert. Drücke nicht mehr den Daumen in jede Wunde. Aber bis zur Diagnose war ich so.
Seit ich mph nehme und seit ich einiges verstanden habe, bin ich mehr ich geworden. Ruhiger, zurückhaltender, aber auch offener. Kurz: selbstsicherer.
Ich bin auch bedeutend ausdauernder als wohl die meisten HSP. Ev. dem Hyperfokus zu verdanken?
Macht auch ihr euch Gedanken? Dann kann ich euch folgendes Buch ans Herz legen:
http://festland-verlag.com/zb/1/1.1.htm
oder folgende Webseite:
http://www.zartbesaitet.net/
und das Schweizer Forum:
http://www.hsp-forum.ch/index.php?page=Index
Wer das Internet weiter absucht, der wird auch auf andere Links stossen, die ich hier aber nicht veröffentlichen will, weil ich die Gedanken dort unbrauchbar finde. Früher "gab es kein ADS" heisst es auf einer dieser Seiten.. das sei erst eine Erfindung der neueren Zeit. Ich persönlich halte diese Einstellung für uninformiert und überholt.
Allerdings hat man das halt früher anders benannt und ist anders damit umgegangen. Und man hat einfach versucht damit zu leben, nämlich mit diesem ADS, und das Beste daraus zu machen. Trotz meiner Komorbitäten finde ich mich im Grossen und Ganzen nicht kränker als meine "normalen" Mitmenschen.
Aber wohl wegen dem HSP mache ich mir halt mehr Gedanken darüber. Aber kränker hat es mich auch nicht gemacht. Ob ich für meine Mitmenschen eher eine Belastung oder eine Bereicherung bin sei dahingestellt, aber da es von jeder Couleur etwas braucht ist mein "Farbschlag" sicher auch auf Gottes Erdenrund irgendwo an seinem idealen Platz.
Nur, einigen ist es nicht gelungen wie mir. Die sind in Alkoholismus und Drogen abgetaucht und auch in Gefängnissen zuhause. Und deshalb bin ich doch froh, dass wir heute eine andere Einstellung zum Thema haben und es den ADSlern etwas leichter machen im Leben.
Freitag, 21. Dezember 2012
Der ADSler im Krankenhaus
Anlass: Eine Meniskusoperation am Knie.
Wie kommst es dazu? Nun, das kann jedem
mal passieren. In meiner Familie war halt auch ADS und so stand ich,
kaum gehfähig, auf den Skiern. Und die Skischuhe und
Sicherheitsbindungen damals – nicht das Gelbe vom Ei. Also endeten
alle Skiferien mit Verstauchungen vom Sprunggelenk oder Kniegelenk.
Später Novelty Seeking. Also Klettern, schnelles Skifahren,
Langlauf, Hochtouren, in Steinbrüchen rumklettern und Wassersport.
Meines Wissens sind die meisten ADSler
bei stabiler Gesundheit, ausser einigen Kindern, die zu
Knochenbrüchen neigen. Tat ich nicht, ich bin hypermobil, kann also
mich bücken und mit durchgestreckten Knien die Fingerspitzen fast
bis auf die nächsttiefere Treppenstufe legen.
OK, einige Zehen haben meiner nicht
vorhandenen Aufmerksamkeit nicht standgehalten – auch das ist wohl
ADS-typisch.
Stürze also jede Menge, immer blaue
Flecken, aber es geht meist problemlos ab.
Nun hat es mich also eingeholt, der
erste richtige Klinikaufenthalt, ausser der Geburt. Ich hatte
panische Angst vor einer Narkose. Aber der Anästhesist klärte mich
lieb auf. Nur bei Operationen im Bauchbereich könne es
vorkommen, dass der Patient „erwache“ und Schmerzen verspüre,
das merke man aber am erhöhten Herzschlag und weiteren
Veränderungen.
Ich wählte trotzdem eine spinale
Betäubung. Da spürt man keine Schmerzen, merkt aber wie am Bein
gedrückt und gezogen wird.
Habe brav alles vorbereitet. Nun, fast
*seufz. Der Laptop, den ich mir zurechtgemacht habe, hat keine
W-Lan-Tauglichkeit und hier gibts kein Kabel. Grrrrr. Leider kam mir
das 10 Minuten vor Abfahrt in den Sinn, sonst hätte ich es noch
installieren können.
Aber so kommt ihr in den Genuss dieses
Berichtes, taufrisch 2 Stunden nach der OP geschrieben.
Mein Hausarzt hat EKG und Blutwerte
gemacht und eingeschickt. Ich trete am Vortag ein.
Musste meine Personalien beim Operateur
deponieren. Musste meine Personalien verifizieren in einem Brief, den
man mir nach Hause geschickt hat.
Nun ja, hier stimmten dann ca. 50%
meiner Personalien *lach, was ich mal als 1. Panne werte.
2. Panne: werde zum EKG geschickt. Ich
protestiere und gebe auch gleich die Kopie meiner Blutwerte ab, die
ich vorsichtshalber mitgenommen habe. Habe nämlich damit gerechnet,
dass die das nicht à jour haben.
3. Panne. Und wirklich, 2 Minuten
später stand eine Dame da und wollte mir Blut nehmen.
Nach mehrmaligem Fragen nach einem
Wasserglas wanderte ich dann ins Office und organisierte mir eins.
Dann kam der Stationsarzt und befragte
mich nach Medikamenten. Ich nehme ein Medikament, welches
normalerweise von Diabetikern eingenommen wird, ab da stand in meiner
Diagnose: „Diabetiker“ und man begann mir alle paar Stunden in
den Finger zu piksen. Ich musste mich mind. 3x wehren bis jetzt, ob
sies jetzt endlich in den Akten haben? 4. Panne
Fazit: Bitte mitdenken!!!
Die Mädels hier sind zwar alle
äusserst nett und hübsch, aber wenn der Patient nicht mitdenken
kann wirds schwierig.
Bin hier in einem 4-er Zimmer und
bekomme alles um mich herum mit. Es juckt mich heftig in den Fingern
*tief seufz. Würde mich aber äusserst unbeliebt machen, wenn ich
Verbesserungsvorschläge starten würde.
Sie liefern auch selten was verlangt
wird. Nicht, dass ich was verlangen würde, aber wenn ich gefragt
werde was ich trinken möchte, dann erwarte ich schon, dass ich das
in genau dieser -Form dann auch bekomme, hm... Treffer-Quote liegt
bei 20% *seufz.
Nachdem hier die Ueberwachungsmaschinen
ticken und Geräte blubbern und ich den Verdacht hatte, die anderen
Damen würden schnarchen, bat ich um eine Schlaftablette.
Ich bekam eine, Temesta, hat aber nicht
gewirkt (soll bei ADS oft so sein, dass Narkose und Schmerz- oder Schlafmittel nicht wirken). Die Mädels waren dann aber so lieb mich in das Badezimmer
zu fahren – nicht sehr heimelig, aber endlich Ruhe!!!! Merkt euch
das, diese Möglichkeit gibt es in den meisten Stationen. Hatte zwar
mein Handy mit White-Noise-Musik mitgenommen, aber der Krach und das
hin und her im Zimmer war wirklich zu mühsam. Viele ADS-ler sind
auch hypersensibel.
Ausserdem war ich total nervös. Ich
hasse ja nichts mehr als warten. Und da ich meinen Laptop, mit dem
Onlinespiel, auf das ich gerade meinen Hyperfokus gerichtet hatte,
nicht benutzen konnte, war ich nervös und unfähig zur Ruhe zu
kommen. Die Schlaftablette war jedenfalls wirkungslos.
Tipp: Sagt eher zu viel, als zu wenig.
So bekommt ihr eine stärkere Pille.
Die Operation verlief problemlos und
ausgesprochen nett. Der Anästhesist war sensibel und aufmerksam und
bekommt ein 1A.
Die anderen waren auch perfekt.
Der Operateur liess mich auf dem
Monitor zugucken und machte seine Arbeit gekonnt, speditiv und
sicher. Ich denke, besser kann man es nicht machen. Auch 1A.
Wieder zurück im Zimmer liess dann die
innere Anspannung nach und ich konnte endlich mal schlafen nach
Wochen der Angespanntheit.
Wichtig: Schmerzmittel soll man nehmen,
bevor die Schmerzen einfahren. Liess mir also sofort den Tropf
anhängen, sobald ich das kleinste Picksen verspürte. So bleibt mein
Knie schön ruhig und macht keine Sparglementen. Später werde ich
dann die Schmerzmedikation frühzeitig abstellen, denn ich bin nicht
schmerzempfindlich. Nur die Tablette fürs Abschwellen nehme ich so lange wie vorgeschrieben.
Auf jeden Fall, das ist der beste Weg
mit Schmerzen umzugehen. Auch bei Mensschmerzen. Da reicht am Vortag
ein entspannender Tee. Verpasst man das, und der Schmerz ist schon
voll eingefahren, brauchts dann wirklich eine richtige Tablette.
So, 12 Uhr, das Essen wird kommen. Die
Füsse erwachen langsam. Gehstöcke wurden gebracht und am Nachmittag
darf ich dann erstmals aufstehen. Morgen heim.
Nachtrag: Bin wieder zuhause, 3. Tag nach OP.
Allles geht bestens, Knie spannt etwas, tut aber nicht weh, tat eigentlich nie weh.
Ich mache brav meine Turnübungen, nehme meine Tabletten und gehe längere Strecken an den Krücken.
Bis die Gelenkschmiere wieder aufgebaut ist soll ich 2 Wochen schonen.
Vorbereitungen
- Liste anfertigen, mit dem was euch im Vorfeld durch den Kopf geht. (Notizblöcke liegen vorzugsweise auf Nachttisch, neben der Tastatur, in der Küche oder benutzt das Smartphone).
- 1 Woche vorher oder wenns euch in die Hände gerät, häufelt an, vorzugsweise neben dem Bett.
- Kleider sollten gewaschen sein, also einige Tage vorher mal die Waschmaschine anwerfen.
- Koffer oder Reisetasche bereitlegen, aber nicht füllen!
- Am Vortag nochmals in Ruhe die Reise oder den Krankenhausaufenthalt im Geiste durchgehen.
- Papiere?
- Röntgenbilder?
- Technische Geräte und ihre Stromkabel? Ev. Anruf bez. W-Lan
- Bücher, Heftli/Magazine, kann mans im Bett lesen? Brille?
- Passwörter fürs Webmail, Facebook?
- Medikamente
- Grosszügige Hausschuhe, zur Not auch mit Verband zu tragen
- Warme Bettjacke
- 2 Kissen (die gabs früher in den Krankenhäusern, aber scheinen inzwischen Mangelware zu sein) und 1 grosses Frotteetuch, kann gefaltet als Kissenersatz dienen, auch als Schlafwurst.
- Räumt den dicken Geldbeutel aus, es reicht das Nötigste und ein Trinkgeld für die Station. Ev. Telefonkarte kaufen am Haupteingang. Schmuck zuhause lassen.
- Wer was neu kauft vorher benützen, testen einrichten! Wer was leiht ebenfalls.(Bis ich herausgefunden hatte wie ich bei meinem Hybridhandy bei Passwörtern Zahlen einfügen konnte... *seufz
Donnerstag, 13. Dezember 2012
Der amtliche Brief
Hier möchte ich euch mal aufzeichnen, wie das so geht bei mir, bis ein amtlicher Brief seinen Weg zum Empfänger gefunden hat. Normale Briefe schaffen das innert 5 Tagen.
1. Tag - Brief trifft ein und wird geöffnet und überflogen: aua, amtlich, die wollen was von mir! Was? Ah, da muss ich eine Zeitabrechnung machen, und jemanden fragen wegen der Termine.
Monate später, die Person ist wieder in der Schweiz: Ich zeige den Brief und die Person nimmt ihn gnädigerweise und wandert damit zur Gemeinde (hä? warum denn das?)
Nächster Tag: Der Brief ist wieder bei mir, ich müsse den selber ausfüllen.
Der Brief kommt zum Unerledigten.
Wochen später kommt ein eingeschriebener Brief: Man bittet mich den amtlichen Brief auszufüllen und einzusenden.
Hektische Suche im Unerledigten und siehe da, der amtliche Brief wird prompt gefunden und erstmals richtig gelesen.
Huch, ich muss ja die Termine und Stunden ausrechnen. Also wieder die betroffene Person geholt und ihr Terminkalender in die Hand gedrückt. Gebeten einzutragen wann sie gearbeitet hat.
Am nächsten Tag: So einfach wars! Habe jetzt die Termine, muss die nun noch mit der jeweiligen Stundenzahl und dem Stundenlohn multiplizieren und schon habe ich die Endsumme - und oh Wunder, das Amt will nur diese eine Zahl!!!
Der Brief wird also ausgefüllt und unterschrieben.
1 Woche später. Ich sichte den Brief im Unerledigten und seufze.
1 Woche später. Der Brief liegt immer noch da.
1 Woche später. Ich hole ein Couvert und schreibe die Adresse drauf und klebe ihn zu.
1 Woche später. Das Couvert liegt immer noch da, ich klebe eine Marke drauf.
1 Woche später. Das Couvert wandert in meine Handtasche.
Nächster Tag. Das Couvert kommt aus der Handtasche auf den Küchentisch am Arbeitsort.
Abend: Es wird wieder in die Handtasche gepackt.
Nächster Tag. Das Couvert kommt aus der Handtasche auf den Autositz.
Da liegt es jetzt noch.. ich bin zuversichtlich, dass es morgen in den Briefkasten kommt, denn mein Mann kommt morgen mit ins Auto und der setzt sich dann auf den Brief. Das wird ihm, nämlich dem Brief, nicht gut tun, ausserdem wird er ihn runterwerfen und mit den nassen Stiefeln darauf treten, aber danach wird er die Sache, nämlich das Couvert, in die Hand nehmen und endlich.. endlich kommt der Brief in den Briefkasten und das liebe Amt hat seine Antwort vor Ende Jahr! Juheee!!!
1. Tag - Brief trifft ein und wird geöffnet und überflogen: aua, amtlich, die wollen was von mir! Was? Ah, da muss ich eine Zeitabrechnung machen, und jemanden fragen wegen der Termine.
Monate später, die Person ist wieder in der Schweiz: Ich zeige den Brief und die Person nimmt ihn gnädigerweise und wandert damit zur Gemeinde (hä? warum denn das?)
Nächster Tag: Der Brief ist wieder bei mir, ich müsse den selber ausfüllen.
Der Brief kommt zum Unerledigten.
Wochen später kommt ein eingeschriebener Brief: Man bittet mich den amtlichen Brief auszufüllen und einzusenden.
Hektische Suche im Unerledigten und siehe da, der amtliche Brief wird prompt gefunden und erstmals richtig gelesen.
Huch, ich muss ja die Termine und Stunden ausrechnen. Also wieder die betroffene Person geholt und ihr Terminkalender in die Hand gedrückt. Gebeten einzutragen wann sie gearbeitet hat.
Am nächsten Tag: So einfach wars! Habe jetzt die Termine, muss die nun noch mit der jeweiligen Stundenzahl und dem Stundenlohn multiplizieren und schon habe ich die Endsumme - und oh Wunder, das Amt will nur diese eine Zahl!!!
Der Brief wird also ausgefüllt und unterschrieben.
1 Woche später. Ich sichte den Brief im Unerledigten und seufze.
1 Woche später. Der Brief liegt immer noch da.
1 Woche später. Ich hole ein Couvert und schreibe die Adresse drauf und klebe ihn zu.
1 Woche später. Das Couvert liegt immer noch da, ich klebe eine Marke drauf.
1 Woche später. Das Couvert wandert in meine Handtasche.
Nächster Tag. Das Couvert kommt aus der Handtasche auf den Küchentisch am Arbeitsort.
Abend: Es wird wieder in die Handtasche gepackt.
Nächster Tag. Das Couvert kommt aus der Handtasche auf den Autositz.
Da liegt es jetzt noch.. ich bin zuversichtlich, dass es morgen in den Briefkasten kommt, denn mein Mann kommt morgen mit ins Auto und der setzt sich dann auf den Brief. Das wird ihm, nämlich dem Brief, nicht gut tun, ausserdem wird er ihn runterwerfen und mit den nassen Stiefeln darauf treten, aber danach wird er die Sache, nämlich das Couvert, in die Hand nehmen und endlich.. endlich kommt der Brief in den Briefkasten und das liebe Amt hat seine Antwort vor Ende Jahr! Juheee!!!
Dienstag, 27. November 2012
Die Prinzessin
Hinfallen
Aufstehen
Krone geraderücken
Weitergehen
Ja, das Selbstvertrauen war immer mein Problem. Wenn man so alt wird wie ich, bis man das ADS entdeckt, dann hat das Selbstvertrauen schon einen massiven Knacks erhalten.
Meine Mutter schickte mich ins Ballett (hey, das schreibt sich mit 2 ll und 2 tt!) damit ich nicht wie ein Bauer gehe.
Aber trotzdem.. es hat nichts genützt, weil ich innerlich ja völlig geknickt war.
Dann habe ich jahrelang an mir herumgedocktert um herauszufinden warum ich so anders war.
Eine dieser Uebungen war dann das Buch von Samy Molcho: Körpersprache
Da stand: Man solle sich wie eine Prinzessin fühlen, eine Marionettenprinzessin! Oben am Kopf der Faden und alle Extremitäten auch hängend an der Schnur.
Also man geht.. hängend von oben! und die Arme und Beine schwingen dann elegant am Körper.
Ich wurde gleich einige cm grösser. Und ging endlich einmal einigermassen elegant.
Irgendwie hatte dieses andere Gehen dann auch Auswirkungen auf meinen geistigen Zustand. Ich fühlte mich nämlich besser, schöner und sicherer.
Ich finde, es ist die ideale Einstiegsübung im Selbstvertrauen finden lernen. Sogar heute noch muss ich hie und wieder innehalten und mich in "Prinzessinnenstatus" denken. Auch ideal um sein Charisma aufzupolieren. Und wir ADSler haben ja kein Problem damit überheblich zu werden - die Realität holt uns leider schnell genug wieder ein.. hinfallen, aufstehen, Krone geraderücken, weitergehen!!!
Dienstag, 20. November 2012
Senioren mit ADS
Jeder redet nur von den Kindern....
Ich rede aber mal von den Senioren. Erstens bin ich selber schon bald in dem Alter und zweitens hat mein Vater ADS und sein Vater hatte es auch.
Mein Grossvater war ein cholerischer Mann, drohte schnell mit: "wotsch eis uf dä Ranzä?" (Willst du Schläge?) und war mager und immer aktiv. Wir hatten eigentlich Angst vor ihm und nannten ihn nur den Ranzäätti.
Er war aber auch kreativ und machte schöne Salontische aus Einlegearbeiten von Fliesenstücken in Beton. Sogar Wandbilder, die tadellos waren. Und ich bin da heikel.
Seine Frauen waren:
Die erste habe ich nicht mehr gekannt, sie starb als mein Vater in der Rekrutenschule war. Die 14-jährige Schwester wurde daraufhin verknurrt dazu den Männern den Haushalt zu machen. Sie sei eine liebe Frau gewesen, meint meine Tante.
Die zweite war nur ein Jahr mit ihm verheiratet, sie hat ihn finanziell ausgenommen.
Die dritte war wieder eine ganz liebe Frau. Sie war mir eine geliebte Grossmutter. Vermutlich hat sie ihn strukturiert und im Zaum gehalten, soweit es ihr möglich war.
Mein Vater ist eher der ruhige, strukturierte Mensch, wie ich auch. Er hat sich im Leben enorm zusammengerissen und man würde jetzt sagen, er hat sein ADS "ausgewachsen".
Das Zusammenreissen hat aber auch seine Nachteile gehabt, nämlich die Komorbitäten.
Bei ihm wars so, dass er zwar keine psychosomatischen Krankheiten bekam, aber er neigte zum Trinken. Zum Glück hat er nach dem Tod meiner Mutter schnell wieder eine Frau gefunden, die ihn strukturiert hat und ihm das Trinken wieder abgewöhnt hat.
Er hat sich selber so stark strukturiert, dass er Schmerzen nicht wahrgenommen hat. So fuhr er mit einem gebrochenen Hüftgelenk noch 25 km Fahrrad (Rennrad, mit eingespanntem Schuh). Oder er ging nach einem Sturz nach dem Skifahren zum Arzt, der meinte, das könne nichts sein, so wie er noch aufrecht gehe. Später sah man dann den gebrochenen Rückenwirbel. Mein Vater fuhr Ski "wie eine Sau". Er hat sich da auch als junger Mann schon einmal die Hüfte gebrochen. Ich denke, er war oft auf der Suche nach dem "Kick" oder kannte wie ich auch keine Angst.
Dann ist er auch enorm kreativ. Werkelt immer in der Werkstatt, die er sehr strukturiert aufräumt.
Aber auch beim arbeiten achtet er nicht auf seine Schmerzen oder Grenzen. Er hat sich mal einen Finger an einer Bohrmaschine ausgerissen und seine Hände sind ein einziges Schlachtfeld. (Ich gucke beim Durchlesen auf meine eigenen Finger und seufze).
Ein charismatischer Mann, der auf Kinder immer sehr anziehend gewirkt hat, aber wir, die eigenen Kinder sahen wenig von ihm. Ich habe einmal von ihm einen Brief bekommen, als ich auf Weltreise war, und das war wohl der erste tiefere Blick in seine Seele.
Dann andere Senioren mit ADS.
Seit ich meinen Blick etwas geschäft habe zum Thema merke ich öfters, dass jemand ADS hat. Oft zeichnen sich diese Menschen durch lautes Schwallreden aus. Sie sind immer hilfsbereit, aber wegen dem Schwallreden hat man sie doch lieber etwas auf Distanz.
Diese Menschen sind, falls Männer, oft mit sehr lieben Frauen gesegnet, die sie strukturieren. Ich habe wenig Komorbitäten beobachtet.
Die Frauen dagegen sind oft psychisch labil, haben meist den Partner verloren und neigen stark zu Komorbitäten. Falls sie hyperaktiv waren sind sie meist sehr mager gewesen in der Jugendzeit, was sich im Alter mit Knochenproblemen wie Osteoporose zeigt. Diese Frauen leben oft extrem strukturiert mit peinlichst aufgeräumten Wohnungen.
Auch Muskelrheuma konnte ich öfters beobachten.
Falls sie Uebergewicht hatten war es meist schweres Uebergewicht. Da merkte man auch, dass diese Frauen auch sonst einen opulenten Lebensstil zeigten. Sie haben nicht einen Gegenstand, nein sie haben jegliche Gegenstände, die sie ergattern können. Also nicht eine Vase für Rosen sondern mind. 20 in allen Formen und Grössen.
Was natürlich schnell zu einem chaotischen Lebensstil führt.
Beide Sorten lassen einem aber nie zu Wort kommen, sie sind jeglichen Verbesserungsvorschlägen gegenüber verschlossen. Schliesslich haben sie schon ein ganzes Leben lang mit sich und ihren Problemen gekämpft und haben absolut keine Neigung dazu im Alter sich das Leben mit einem so schnöden Ding wie einer Tablette leichter zu machen.
Aber gerade ein Ritalin würde gut tun. Endlich entspannen! Endlich loslassen können! Endlich freie Kapazität haben!
Gerade diese Menschen sind äusserst skeptisch Medikamenten gegenüber. Und dabei würde ihnen das mph ja nicht mehr schaden. Wachstumsprobleme wären sicherlich nicht zu befürchten *lach.
Zusätzlich habe ich auch eine spezielle Affinität zu bestimmten Aerzten beobachtet. ADS-Senioren haben immer einen Lieblingsarzt. Sie trauen nicht jedem. Das ist auch bei jüngeren ADS-lern typisch, sie brauchen den speziellen Bezug zu einem "Helfer", ob Arzt oder Therapeut. Und damit meine ich nicht das übliche: Ich kann dir diesen Arzt empfehlen, sondern sie schwärmen immer gleich in höchsten Tönen und lautstark!
Ob mph helfen würde bei Senioren? Ja, ich denke, es ist nie zu spät. Besonders gegenüber der Familie wäre es hilfreich und warum nicht auch sich selbst gegenüber? Man hat schliesslich lange genug sich abgestrampelt und darf, auch nach Beenden des Beruflebens, mal nicht nur mit einem Gläschen Wein oder einer Praline entspannen, sondern auch mit einem Medikament! (Ich habe keine Aktien bei den Pharmafirmen ;-)).
Ich rede aber mal von den Senioren. Erstens bin ich selber schon bald in dem Alter und zweitens hat mein Vater ADS und sein Vater hatte es auch.
Mein Grossvater war ein cholerischer Mann, drohte schnell mit: "wotsch eis uf dä Ranzä?" (Willst du Schläge?) und war mager und immer aktiv. Wir hatten eigentlich Angst vor ihm und nannten ihn nur den Ranzäätti.
Er war aber auch kreativ und machte schöne Salontische aus Einlegearbeiten von Fliesenstücken in Beton. Sogar Wandbilder, die tadellos waren. Und ich bin da heikel.
Seine Frauen waren:
Die erste habe ich nicht mehr gekannt, sie starb als mein Vater in der Rekrutenschule war. Die 14-jährige Schwester wurde daraufhin verknurrt dazu den Männern den Haushalt zu machen. Sie sei eine liebe Frau gewesen, meint meine Tante.
Die zweite war nur ein Jahr mit ihm verheiratet, sie hat ihn finanziell ausgenommen.
Die dritte war wieder eine ganz liebe Frau. Sie war mir eine geliebte Grossmutter. Vermutlich hat sie ihn strukturiert und im Zaum gehalten, soweit es ihr möglich war.
Mein Vater ist eher der ruhige, strukturierte Mensch, wie ich auch. Er hat sich im Leben enorm zusammengerissen und man würde jetzt sagen, er hat sein ADS "ausgewachsen".
Das Zusammenreissen hat aber auch seine Nachteile gehabt, nämlich die Komorbitäten.
Bei ihm wars so, dass er zwar keine psychosomatischen Krankheiten bekam, aber er neigte zum Trinken. Zum Glück hat er nach dem Tod meiner Mutter schnell wieder eine Frau gefunden, die ihn strukturiert hat und ihm das Trinken wieder abgewöhnt hat.
Er hat sich selber so stark strukturiert, dass er Schmerzen nicht wahrgenommen hat. So fuhr er mit einem gebrochenen Hüftgelenk noch 25 km Fahrrad (Rennrad, mit eingespanntem Schuh). Oder er ging nach einem Sturz nach dem Skifahren zum Arzt, der meinte, das könne nichts sein, so wie er noch aufrecht gehe. Später sah man dann den gebrochenen Rückenwirbel. Mein Vater fuhr Ski "wie eine Sau". Er hat sich da auch als junger Mann schon einmal die Hüfte gebrochen. Ich denke, er war oft auf der Suche nach dem "Kick" oder kannte wie ich auch keine Angst.
Dann ist er auch enorm kreativ. Werkelt immer in der Werkstatt, die er sehr strukturiert aufräumt.
Aber auch beim arbeiten achtet er nicht auf seine Schmerzen oder Grenzen. Er hat sich mal einen Finger an einer Bohrmaschine ausgerissen und seine Hände sind ein einziges Schlachtfeld. (Ich gucke beim Durchlesen auf meine eigenen Finger und seufze).
Ein charismatischer Mann, der auf Kinder immer sehr anziehend gewirkt hat, aber wir, die eigenen Kinder sahen wenig von ihm. Ich habe einmal von ihm einen Brief bekommen, als ich auf Weltreise war, und das war wohl der erste tiefere Blick in seine Seele.
Dann andere Senioren mit ADS.
Seit ich meinen Blick etwas geschäft habe zum Thema merke ich öfters, dass jemand ADS hat. Oft zeichnen sich diese Menschen durch lautes Schwallreden aus. Sie sind immer hilfsbereit, aber wegen dem Schwallreden hat man sie doch lieber etwas auf Distanz.
Diese Menschen sind, falls Männer, oft mit sehr lieben Frauen gesegnet, die sie strukturieren. Ich habe wenig Komorbitäten beobachtet.
Die Frauen dagegen sind oft psychisch labil, haben meist den Partner verloren und neigen stark zu Komorbitäten. Falls sie hyperaktiv waren sind sie meist sehr mager gewesen in der Jugendzeit, was sich im Alter mit Knochenproblemen wie Osteoporose zeigt. Diese Frauen leben oft extrem strukturiert mit peinlichst aufgeräumten Wohnungen.
Auch Muskelrheuma konnte ich öfters beobachten.
Falls sie Uebergewicht hatten war es meist schweres Uebergewicht. Da merkte man auch, dass diese Frauen auch sonst einen opulenten Lebensstil zeigten. Sie haben nicht einen Gegenstand, nein sie haben jegliche Gegenstände, die sie ergattern können. Also nicht eine Vase für Rosen sondern mind. 20 in allen Formen und Grössen.
Was natürlich schnell zu einem chaotischen Lebensstil führt.
Beide Sorten lassen einem aber nie zu Wort kommen, sie sind jeglichen Verbesserungsvorschlägen gegenüber verschlossen. Schliesslich haben sie schon ein ganzes Leben lang mit sich und ihren Problemen gekämpft und haben absolut keine Neigung dazu im Alter sich das Leben mit einem so schnöden Ding wie einer Tablette leichter zu machen.
Aber gerade ein Ritalin würde gut tun. Endlich entspannen! Endlich loslassen können! Endlich freie Kapazität haben!
Gerade diese Menschen sind äusserst skeptisch Medikamenten gegenüber. Und dabei würde ihnen das mph ja nicht mehr schaden. Wachstumsprobleme wären sicherlich nicht zu befürchten *lach.
Zusätzlich habe ich auch eine spezielle Affinität zu bestimmten Aerzten beobachtet. ADS-Senioren haben immer einen Lieblingsarzt. Sie trauen nicht jedem. Das ist auch bei jüngeren ADS-lern typisch, sie brauchen den speziellen Bezug zu einem "Helfer", ob Arzt oder Therapeut. Und damit meine ich nicht das übliche: Ich kann dir diesen Arzt empfehlen, sondern sie schwärmen immer gleich in höchsten Tönen und lautstark!
Ob mph helfen würde bei Senioren? Ja, ich denke, es ist nie zu spät. Besonders gegenüber der Familie wäre es hilfreich und warum nicht auch sich selbst gegenüber? Man hat schliesslich lange genug sich abgestrampelt und darf, auch nach Beenden des Beruflebens, mal nicht nur mit einem Gläschen Wein oder einer Praline entspannen, sondern auch mit einem Medikament! (Ich habe keine Aktien bei den Pharmafirmen ;-)).
Sonntag, 18. November 2012
Containment - Gefühle denken
http://www.medizin-im-text.de/blog/2011/114/containment-wie-die-mutter-fuer-das-baby-denkt/
Ich bin immer noch auf der Suche nach mir und meinen Gefühlen. Dabei wurde mir das Wort containtment bekanntgemacht.
Ich habe mich ja auch mit der narzisstischen Störung beschäftigt. Es wurde mir bestätigt, dass es viele ADSler gäbe, die Probleme in dieser Richtung hätten.
Wenn man nun genauer hinschaut, dann sieht man (ADS- oder narzisstische) Eltern, die selber Mühe mit Gefühlen/Emotionen haben und damit sie ihren Babies/Kindern zu vermitteln.
Und wenn man nun das ADS dazurechnet welches die Kinder haben, dann muss man sich nicht wundern, wenn die Gefühlswelt dieser Menschen zusätzlich chaotisch ist. Auf jeden Fall nicht normgemäss.
Ich werde mich weiter mit dem Thema beschäftigen und euch entsprechend informieren.
Ich bin immer noch auf der Suche nach mir und meinen Gefühlen. Dabei wurde mir das Wort containtment bekanntgemacht.
Ich habe mich ja auch mit der narzisstischen Störung beschäftigt. Es wurde mir bestätigt, dass es viele ADSler gäbe, die Probleme in dieser Richtung hätten.
Wenn man nun genauer hinschaut, dann sieht man (ADS- oder narzisstische) Eltern, die selber Mühe mit Gefühlen/Emotionen haben und damit sie ihren Babies/Kindern zu vermitteln.
Und wenn man nun das ADS dazurechnet welches die Kinder haben, dann muss man sich nicht wundern, wenn die Gefühlswelt dieser Menschen zusätzlich chaotisch ist. Auf jeden Fall nicht normgemäss.
Ich werde mich weiter mit dem Thema beschäftigen und euch entsprechend informieren.
Samstag, 17. November 2012
Spielsucht - Nervosität - Begeisterung
Immer wieder lese ich von Jugendlichen mit Spielsucht und wie das bei ADS ein Problem ist.
Gerade hat es mich wieder einmal gepackt. ABER......
Wenn ich bei mir persönlich genau hinschaue, dann war das schon mal da, aber in anderen Themen.
Das erste Mal als ich auf meiner ersten grossen Reise war.
Ich war so absorbiert, dass ich Essen und Trinken vergass. Hatte damals ca. 5 kg abgenommen, weil ich so "innerlich vibriert" habe. Ich weiss nicht genau, wie das besser beschreiben. Ev. Nerven, Hyperfokus, Absorbiertheit?
Das zweite Mal als ich mein erstes Haus gekauft habe. Eine alte Ferme im Jura. 2 Wochen lang habe ich kaum geschlafen, wieder 2 kg abgenommen, war nur am "Drehen". Habe geplant, Nächte lang am Haus "gebaut"!
Als ich dann dort war und wirklich gebaut - bzw. zuerst abgebrochen - habe, war es dann oft nur noch mühsam und Knochenarbeit. Aber die Begeisterung vorher!!! So toll!
Das dritte Mal war als ich einen Strickmaschinenkurs besuchte. Die Nächte nach den Kursbesuchen waren so nervös, dass ich nur ritsch-ratsch machte und keinen Schlaf fand.
Und dann wars vermutlich auch bei der Liebe zu meinem jetzigen Mann - das erste Jahr war ich in einem Dauer"vibrieren".
Und jetzt - ich spiele neu ein Computer-Spiel ("Dorfleben" bei Facebook - also nicht ein Spiel, welches auf Zeit geht, sondern nur einfach spannend ist und etwas Organisation/Struktur braucht), welches mich irgendwie völlig nervös macht. Kann seit mind. 2 Wochen wieder nur sehr schlecht schlafen. Normalerweise schaffe ich es auf 7-8 Stunden, jetzt höchstens 5-6 Stunden. Mal am WE etwas länger, weil ich erst am Morgen genügend entspannt bin, dass ich noch eine Runde weiterschlafen kann.
Was ich genau damit sagen will? Spielsucht ist nicht gleich Spielsucht und Hyperfokus wieder was anderes. Hyperfokus kenne ich, da habe ich immer mal wieder welche und die können auch über mehrere Jahre anhalten. Spiele mache ich immer gerne, ob Puzzle oder Patience oder was anderes. Aber diese Absorbiertheit ist was Spezielles. Dieses innere Vibrieren kenne ich eigentlich so von anderen nicht. Ich habs aber immer sehr genossen, wenn ich denn mal drin war. Denn ansonsten empfinde ich das Leben als sehr langweilig, jedenfalls bis ich Internet hatte. Seit da gehts mir bedeutend besser.
Jedenfalls zeigt es einmal wieder auf, das man genau fragen soll wie jemand fühlt. Ist z.B. ein Kind gerade in so einem Erlebnis oder ist es wirklich "süchtig"? Oder hat es einfach einen Hyperfokus auf etwas. Ich denke, einige gezielte Fragen zeigen das genauer auf und man kann dann differenziert reagieren.
Sollte es so eine Nervosität sein wie bei mir, dann lasst doch den Leuten/Kindern die Freude. Es sind wirklich die tollen Erlebnisse im Leben, die, die schöne Erinnerungen bilden.
Gerade hat es mich wieder einmal gepackt. ABER......
Wenn ich bei mir persönlich genau hinschaue, dann war das schon mal da, aber in anderen Themen.
Das erste Mal als ich auf meiner ersten grossen Reise war.
Ich war so absorbiert, dass ich Essen und Trinken vergass. Hatte damals ca. 5 kg abgenommen, weil ich so "innerlich vibriert" habe. Ich weiss nicht genau, wie das besser beschreiben. Ev. Nerven, Hyperfokus, Absorbiertheit?
Das zweite Mal als ich mein erstes Haus gekauft habe. Eine alte Ferme im Jura. 2 Wochen lang habe ich kaum geschlafen, wieder 2 kg abgenommen, war nur am "Drehen". Habe geplant, Nächte lang am Haus "gebaut"!
Als ich dann dort war und wirklich gebaut - bzw. zuerst abgebrochen - habe, war es dann oft nur noch mühsam und Knochenarbeit. Aber die Begeisterung vorher!!! So toll!
Das dritte Mal war als ich einen Strickmaschinenkurs besuchte. Die Nächte nach den Kursbesuchen waren so nervös, dass ich nur ritsch-ratsch machte und keinen Schlaf fand.
Und dann wars vermutlich auch bei der Liebe zu meinem jetzigen Mann - das erste Jahr war ich in einem Dauer"vibrieren".
Und jetzt - ich spiele neu ein Computer-Spiel ("Dorfleben" bei Facebook - also nicht ein Spiel, welches auf Zeit geht, sondern nur einfach spannend ist und etwas Organisation/Struktur braucht), welches mich irgendwie völlig nervös macht. Kann seit mind. 2 Wochen wieder nur sehr schlecht schlafen. Normalerweise schaffe ich es auf 7-8 Stunden, jetzt höchstens 5-6 Stunden. Mal am WE etwas länger, weil ich erst am Morgen genügend entspannt bin, dass ich noch eine Runde weiterschlafen kann.
Was ich genau damit sagen will? Spielsucht ist nicht gleich Spielsucht und Hyperfokus wieder was anderes. Hyperfokus kenne ich, da habe ich immer mal wieder welche und die können auch über mehrere Jahre anhalten. Spiele mache ich immer gerne, ob Puzzle oder Patience oder was anderes. Aber diese Absorbiertheit ist was Spezielles. Dieses innere Vibrieren kenne ich eigentlich so von anderen nicht. Ich habs aber immer sehr genossen, wenn ich denn mal drin war. Denn ansonsten empfinde ich das Leben als sehr langweilig, jedenfalls bis ich Internet hatte. Seit da gehts mir bedeutend besser.
Jedenfalls zeigt es einmal wieder auf, das man genau fragen soll wie jemand fühlt. Ist z.B. ein Kind gerade in so einem Erlebnis oder ist es wirklich "süchtig"? Oder hat es einfach einen Hyperfokus auf etwas. Ich denke, einige gezielte Fragen zeigen das genauer auf und man kann dann differenziert reagieren.
Sollte es so eine Nervosität sein wie bei mir, dann lasst doch den Leuten/Kindern die Freude. Es sind wirklich die tollen Erlebnisse im Leben, die, die schöne Erinnerungen bilden.
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